German Water Partnership auf der ABIDJAN2023

Kooperation mit dem Partnerverband AfWASA festigen und vertiefen

Feierliche Eröffnung © GWP 2023

Unter einem Dach und mit einem gemeinsamen Programm fanden vom 19. bis 23. Februar 2023 der 21. International AfWASA Congress & Exhibition und die 7. International FSM-Conference in Abidjan, Côte d’Ivoire statt. Die African Water and Sanitation Association (AfWASA) und die Faecal Sludge Management Alliance (FSMA) richteten die Abidjan2023 gemeinsam aus und führten die Themenbereiche Wasserver- und Abwasserentsorgung, einschließlich Grubenabfuhr und Fäkalschlamm-Management, zusammen. Außerdem gab der GWP-Partnerverband seine Namensänderung hin zur African Water & Sanitation Association (AfWASA) offiziell bekannt.

Mit mehr als 3.500 Besucherinnen und Besuchern sowie 146 ausstellenden Firmen erfreute sich der Kongress sehr guten Zuspruchs. Insgesamt waren Teilnehmende aus 62 Staaten vor Ort. Auch German Water Partnership (GWP) war mit den Vorstandsmitgliedern Alexandra Ervenich, Mitsubishi Electric Europe B.V. und Leiterin des Regionalforums Nordafrika, und Michael Kersting, Hermann Sewerin GmbH und Leiter des Regionalforums Afrika, sowie Marie-Louise Chagnaud von der GWP-Geschäftsstelle vertreten.

Wasser-, Abwasserwirtschaft und Umweltschutz – Die Rolle der Frau

Alexandra Ervenich auf dem Panel des 4. Forum der Frauen in der Wasser- und Abwasserwirtschaft © GWP 2023

Den Auftakt gestaltete am 19. Februar das 4. Forum der Frauen in der Wasser- und Abwasserwirtschaft zum Thema „Wasser-, Abwasserwirtschaft und Umweltschutz – Die Rolle der Frau“, bei dem 18 afrikanische Frauenverbände aus der Wasserwirtschaft vertreten waren. Leontine Koffi, Vorsitzende des Ivorischen Netzwerks RIFPEA (Réseau ivoirien des femmes professionnelles de l’eau, de l’assainissement et de l’environnement) forderte den verstärkten Zugang von Frauen zu Führungspositionen in der Wasserwirtschaft. Der ivorische Minister für Forst- und Wasserwirtschaft, Laurent Tchagba, betonte in seinem Grußwort die Dringlichkeit der durch den Klimawandel bedingten Probleme rund um die Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie den Zusammenhang von Abholzung und Waldsterben auf dem afrikanischen Kontinent. Zudem hob er die besondere Rolle, die den Frauen in Afrika bei diesen Themen zukomme, hervor.

Alexandra Ervenich war zu Gast auf dem Panel. Ihre Forderung, die Förderung von Frauen nicht als Konkurrenz zu den männlichen Kollegen zu betrachten, sondern als aktiven Beitrag zu einer größeren Diversität in den Lösungsansätzen für dringende Probleme und Herausforderungen der Wasser- und Abwasserwirtschaft zu sehen, fand besonderen Zuspruch.

In ihrer Abschlusserklärung forderten die Teilnehmenden des Forums ein stärkeres Bekenntnis zur Nachwuchsförderung im WASH-Sektor. Hier sind auch und besonders Frauen in Führungspositionen aufgefordert, besonders junge Frauen durch ihre Vorbildfunktion zu fördern und sie bei ihrem beruflichen Werdegang zu begleiten.

Networking zwischen GWP- und AfWASA-Mitgliedern

Eindrücke der Ausstellung © GWP 2023

Die GWP-Projekte GAPWAS und AGTIWAS waren mit einem Austellerstand auf der 60 Quadratmeter großen Gemeinschaftsfläche von AfWASA und FSMA vertreten. Unter der Moderation von Sabine Sibler, Projektleiterin AGTIWAS, und Stefan Reuter, Projektleiter GAPWAS, fanden hier Vorstellungen der Projektziele und Diskussionen mit beteiligten AfWASA-Mitgliedern statt. Am Dienstag, den 21. Februar kamen bei einer Netzwerkveranstaltung unter Beteiligung von Michael Kersting und AfWASA-Geschäftsführer Sylvain Usher GWP- und AfWASA-Mitglieder zusammen, um sich zu den Konferenzthemen sowie Geschäftsmöglichkeiten auszutauschen. Auf Seiten der GWP-Mitglieder waren Diehl Metering GmbH, FLEXIM GmbH, Hermann Sewerin GmbH, NIVUS GmbH und WILO SE vertreten.

Großes Interesse weckte die Informationsveranstaltung des AGTIWAS-Projektes. Am 21. Februar wurden potenzielle Geldgeber eingeladen, um die künftige finanzielle Ausstattung und die Kofinanzierung der ersten Betriebsjahre der in der Gründung befindlichen African Water and Sanitation Academy vorzustellen.

Wichtiges Signal an die Welt

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasser- und Abwassersektor sind gerade auf dem afrikanischen Kontinent deutlich spürbar und fordern zum Handeln auf. In diesem Sinne erarbeiteten Vertreter:innen der ivorischen Regierung, darunter auch der Premierminister, eine Erklärung, die zum Abschluss des Kongresses in Abidjan verabschiedet wurde. Fünf Wasserminister aus Côte d’Ivoire sowie Senegal, Niger, Malawi und Madagascar richteten diese Abidjan Declaration an die Teilnehmenden der UN Wasserkonferenz in New York (22.-24.03.2023) und sendeten damit ein wichtiges Signal an die Welt.

Afrikanischer Wassersektor bietet Möglichkeiten für GWP-Mitglieder

Team der AfWASA mit Sylvain Usher (Mitte) © GWP 2023

Der Wasser- und Abwassersektor in Afrika entwickelt sich mit großer Geschwindigkeit. Das Interesse, nicht nur an deutscher Technik, sondern auch an Lösungen für dauerhaften Betrieb und Instand­haltung wächst. Diese Erkenntnisse müssen Eingang in Planungsprozesse und Ausschreibungs­for­mate finden – LifeCycleCost statt einmaliger Beschaffung.

Während der Konferenz wurden wichtige Anregungen zur Ausgestaltung von Austauschformaten wie „Ask the Expert“ (GAPWAS) oder der AfWASA Academy (AGTIWAS) zusammengetragen.

Außerdem bekräftigten die Partnerverbände GWP und AfWASA ihre Kooperation weiter fortzusetzen und zu vertiefen. Hierzu wird die gemeinsame Vernetzung beispielsweise auf der IFAT Africa Anfang Juli 2023, auf dem 22. AfWASA International Congress & Exhibition im Februar 2024 in Conakry, Guinea sowie im Mai 2024 auf der IFAT Munich weiter intensiviert.