Deutsche Wasserwirtschaft international vernetzt: GWP beim IWA World Water Congress 2026 in Glasgow

Vom 4. bis 8. Oktober 2026 traf sich die internationale Wasserwirtschaft beim IWA World Water Congress & Exhibition in Glasgow. German Water Partnership (GWP) war mit einem eigenen Auftritt am German Pavilion vertreten und gestaltete gemeinsam mit DVGW, DWA und BDEW ein umfangreiches Delegationsprogramm. Im Mittelpunkt standen der internationale Wissens- und Erfahrungsaustausch, die Vernetzung mit Partnern und die Sichtbarkeit deutscher Wasserkompetenz.

Delegationsprogramm: Austausch über Ländergrenzen hinweg

Den Auftakt bildete eine Fachexkursion zum schottischen Wasserversorger Scottish Water. Am Unternehmenssitz erhielten die Teilnehmenden Einblicke in das Infrastruktur- und Störungsmanagement sowie in innovative Ansätze zur resilienten Wasserversorgung. Besonders das Intelligent Control Centre zeigte, wie datenbasierte Prozesse den Betrieb komplexer Infrastrukturen unterstützen können. Ergänzende Impulse von HAMBURG WASSER und Good Friday Robotics boten Raum für den Vergleich unterschiedlicher Lösungsansätze.

Dabei wurde deutlich, wie viele Herausforderungen die deutsche und schottische Wasserwirtschaft teilen: alternde Infrastruktur, zunehmende Auswirkungen des Klimawandels und der Generationenwechsel in der Branche. Die Exkursion bot Gelegenheit, voneinander zu lernen und neue Kontakte zu knüpfen.

Auch die Netzwerkveranstaltungen waren ein wichtiger Bestandteil des Delegationsprogramms. Beim vom BDEW organisierten German Dinner in der historischen Trades Hall kamen Vertreterinnen und Vertreter der deutschen und internationalen Wasserwirtschaft zusammen. Zu den Gästen gehörten unter anderem der deutsche Generalkonsul Holger Theissen sowie Tom Mollenkopf und Nisarg Hirani als Repräsentanten der International Water Association (IWA) und von Scottish Water. Der Deutsch-Österreichische Abend bot eine weitere Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Verbindungen innerhalb der internationalen Wasserbranche aufzubauen.

German Pavilion: Deutsche Wasserkompetenz sichtbar machen

Als zentrale Anlaufstelle für die deutsche Wasserwirtschaft bot der German Pavilion Raum für Fachgespräche, internationale Begegnungen und die Präsentation deutscher Lösungen. Neben GWP waren auch die Mitgliedsunternehmen Tholander Ablufttechnik, NIVUS, Hermann Sewerin, SAERTEX multiCom, Roediger, Rädlinger primus line, Messe München und Blue Foot Membranes mit einem eigenen Auftritt vertreten und präsentierten die Vielfalt deutscher Wasserkompetenz.

GWP nutzte seine Präsenz, um das Netzwerk und die Kompetenzen seiner Mitglieder internationalen Partnern vorzustellen. Mit dem Virtual Index of Members (VIoM) präsentierte GWP zudem eine digitale Anwendung, die Kompetenzen, Produkte und Dienstleistungen der Mitgliedsunternehmen und -organisationen sichtbar macht. Sie zeigt, wie sich unterschiedliche Fähigkeiten entlang wasserwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten ergänzen und für internationale Projekte zusammenführen lassen.

Beim German Afternoon informierte sich auch Generalkonsul Holger Theissen im direkten Gespräch mit den vertretenen Unternehmen über ihre Lösungen und internationalen Aktivitäten.

Darüber hinaus brachte sich GWP mit zwei Vorträgen in das Kongressprogramm ein: Im Business Forum zeigte Marie-Ann Koch unter dem Titel „Bridging Global Water Challenges with German Solutions“, wie die unterschiedlichen Kompetenzen der deutschen Wasserwirtschaft entlang des gesamten Projektverlaufs ineinandergreifen können – von der Analyse und Planung über die Umsetzung bis zum langfristigen Betrieb und zur Weiterentwicklung.

Paula Reuß widmete sich im Rahmen des Formats Women in Water unter dem Titel „Who Gets to Shape Water? Why Networks Matter for Women, Leadership and a Resilient Water Sector“ der Frage, wer die Zukunft der Wasserwirtschaft mitgestaltet und welche Rolle Netzwerke dabei spielen. Im Fokus standen die Bedeutung von Sichtbarkeit, Teilhabe und weiblicher Führung für eine vielfältige und resiliente Wasserwirtschaft.

Gemeinsame Herausforderungen, internationale Lösungen

Der Kongress machte deutlich, dass sich die Ausgangsbedingungen der Wasserwirtschaft weltweit erheblich unterscheiden, viele zentrale Herausforderungen jedoch vergleichbar sind. Klimaresilienz, alternde Infrastrukturen, Digitalisierung, Fachkräftesicherung und nachhaltiger Betrieb prägten die Diskussionen.

Für GWP bestätigte Glasgow damit einen zentralen Ansatz: Internationale Wasserherausforderungen lassen sich nicht durch einzelne Technologien allein bewältigen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Expertise, tragfähigen Partnerschaften und passenden Rahmenbedingungen.

Mit dem gemeinsamen Delegationsprogramm und der Präsenz am German Pavilion konnten GWP und die Partnerverbände die deutsche Wasserwirtschaft international positionieren, den fachlichen Austausch stärken und neue Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit schaffen.

Der nächste IWA World Water Congress & Exhibition wird in zwei Jahren vom 12. bis 16. September in Kuching, Malaysia, stattfinden.