Wasser. Ernten. Unsere Zukunft: GWP auf dem Global Forum for Food and Agriculture

Eine verlässliche Wasserversorgung als zentrale Voraussetzung für stabile landwirtschaftliche Erträge

Die Landwirtschaft ist mit rund 70 % der weltweiten Entnahmen der größte Wasserverbraucher und damit ein Schlüsselfaktor für die globale Ernährungs- und Wassersicherheit. Bevölkerungswachstum, die Ausweitung der Landwirtschaft in niederschlagsarmen Regionen sowie der Klimawandel mit häufigeren und intensiveren Dürreperioden erhöhen den Druck auf Wasserressourcen erheblich – zunehmend auch in bislang wasserreichen Regionen. Entsprechend hat die Bedeutung der Bewässerung in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen: Seit 1961 hat sich die bewässerte Fläche weltweit mehr als verdoppelt. Heute werden rund 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewässert, die etwa 40 % der globalen Agrarproduktion erwirtschaften. Effiziente und nachhaltige Bewässerungssysteme stellen daher einen entscheidenden Hebel dar, um Wasserknappheit zu begegnen und die Landwirtschaft langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

Jeder zweite Tropfen zählt: Smarte Bewässerung kann den Wasserbedarf im Vergleich zu konventionellen Methoden um bis zu 50 % senken. © pixabay / Joseph Fulgham

Angesichts dieser Entwicklungen gewinnt der internationale Austausch über nachhaltige Lösungen für Wassermanagement und Ernährungssicherung zunehmend an Bedeutung. Ein prominenter Ausdruck dieses Diskurses war das 18. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), das vom 14. bis 17. Januar 2026 in Berlin stattfand. 

Das Global Forum for Food and Agriculture hat am 14.-17. Januar 2026 in Berlin stattgefunden. © GWP

Unter dem Leitmotiv „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft.“ brachte das GFFA rund 2.000 internationale Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Organisiert vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), bestätigte das GFFA einmal mehr seinen Anspruch als weltweit führende Plattform für den Dialog zur Land- und Ernährungswirtschaft.  

Im Mittelpunkt der Diskussionen in den Expert Panels und der Kooperationsbörse standen die nachhaltige Bewirtschaftung knapper Wasserressourcen, das Innovationspotenzial der blauen Bioökonomie, internationale Wasser-Governance sowie der konstruktive Umgang mit Nutzungskonkurrenzen. Deutlich wurde: Wasser ist längst nicht mehr nur eine ökologische Frage – es ist ein wirtschaftlicher, sozialer und geopolitischer Schlüsselfaktor. 

 

GWP mit hoher fachlicher Expertise aktiv in zwei Expert Panels

Im Panel „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“ diskutierten Fachleute aus Deutschland und China, darunter GWP-Experte Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wagner, TU Darmstadt, über zukunftsfähige Bewässerungs- und Wasserwirtschaftssysteme. Beide Länder sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert: steigender Wasserbedarf in der Landwirtschaft, zunehmende Wasserknappheit und wachsende Klimarisiken. Der Austausch machte deutlich, wie groß der Bedarf an praxistauglichen, nachhaltigen Lösungen ist – und wie gefragt deutsche Wasserkompetenz international bleibt. Intelligente Bewässerungssysteme, Echtzeitdaten, klimaangepasste Anbaumethoden sowie moderne Abwasseraufbereitung wurden als zentrale Hebel hervorgehoben. Zugleich eröffnete der Dialog neue Perspektiven für eine vertiefte deutsch-chinesische Zusammenarbeit, insbesondere in der Digitalisierung der Landwirtschaft.

Das Panel zum Thema „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“ auf dem 18. GFFA mit Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wagner (1. v. li.). © GWP

Ein zweites Expert Panel unter dem Titel „Wissenschaft, Praxis und Politik – zusammen für eine nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft“ organisierte GWP gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) im Rahmen der Blue Planet Water Dialogues – gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Hier diskutierten u.a. die GWP-Experten Hendrik Rösch (Harzwasserwerke GmbH) und Sebastian Guckelberger (Siemens AG) über Nutzungskonkurrenzen zwischen Landwirtschaft, Industrie und Haushalten. Die Diskussion unterstrich den dringenden Bedarf an belastbaren Daten zum landwirtschaftlichen Wasserverbrauch sowie an Investitionen in effizientere Bewässerungstechnologien und saisonale Wasserspeicher. Internationale Kooperationen können entscheidend dazu beitragen, Skalierungshemmnisse zu überwinden und den globalen Einsatz ressourcenschonender Technologien – insbesondere in Bewässerung und Wasserwiederverwendung – zu beschleunigen. 

Die aktive Beteiligung am GFFA hat die Rolle von GWP als Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik weiter gefestigt. Der Dialog auf Augenhöhe stärkt nicht nur die Positionierung von GWP im internationalen Diskurs, sondern schafft konkrete Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte, strategische Partnerschaften und einen wirksamen globalen Wissenstransfer. Denn klar ist: Die Zukunft der Ernährung entscheidet sich am Wasser – nur gemeinsam lässt sie sich absichern. 

Sie wollen sich zum Thema engagieren?

Im GWP-Arbeitskreis Landwirtschaftliche Bewässerung und Wiederverwendung kommen Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zusammen, um neue Technologien zu diskutieren, branchenspezifische Herausforderungen zu adressieren und konkrete Beiträge zur nachhaltigen Wassernutzung in der Landwirtschaft zu leisten. Der Arbeitskreis versteht sich als Plattform für Wissenstransfer, Projektentwicklung und strategischen Dialog, mit dem Anspruch, wirtschaftliche Potenziale zu erschließen und gleichzeitig ökologische Verantwortung zu übernehmen. Weitere Informationen zum Arbeitskreis sind hier zu finden.