Neu bei GWP: DHI WASY GmbH

Die deutsche Wasserwirtschaft bietet technologische Innovationen und Know-how, die das Potenzial haben, zur Verbesserung der Wasserver- und Abwasserentsorgung weltweit – und damit zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele – beizutragen. German Water Partnership (GWP) bündelt die Expertise unterschiedlicher Stakeholder. DHI WASY GmbH ist ein Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Planung, Herstellung und Installation von Abwasser- und Wasseraufbereitungsanlagen für verschiedene Branchen – und seit September 2024 Mitglied im GWP-Netzwerk.

Dominic Spinnreker-Czichon, herzlich willkommen im GWP-Netzwerk! Als Geschäftsführer von DHI WASY welche drei Eigenschaften beschreiben das Unternehmen Ihrer Meinung nach am besten und welche langfristige Vision verfolgen Sie?

Transparenz, wissenschaftliches Arbeiten und Neutralität sind für uns nicht nur entscheidende Eigenschaften für unsere tägliche Arbeit, sondern eine Selbstverständlichkeit. Wir sind ein innovatives und wissenschaftlich fundiertes Umwelt- und Ingenieursbüro, das die Brücke zwischen der digitalen und physischen Welt schlägt. Mit Kompetenzen für alle Bereiche des Wasserkreislaufs sind wir hier nachhaltig aufgestellt.

In Bezug auf Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen oder Dürre: Wie tragen Ihre Produkte zur frühzeitigen Erkennung und Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserressourcen bei?

Mike Mine Image FUll Res © DHI Group

Wir gehören zu den Besten in dem, was wir tun – ganz konkret in der numerischen Modellierung von Naturereignissen. Unsere Technologie basiert auf physikalisch-basierten numerischen Algorithmen. Das gibt uns die Fähigkeit, Veränderungen unabhängig von statistischen Größen zu erkennen und Ereignisse zu beschreiben, bevor diese passieren. Gerade im Zusammenspiel unterschiedlicher Gewässerstrukturen und -körper erkennen wir Auswirkungen zwischen den Systemen frühzeitig und können quantifizierte Aussagen treffen.

Eine Besonderheit ist die Kopplung zwischen dem Grundwasser, der Landoberfläche, den Gewässern sowie der Veränderung der Landnutzung. Stellen Sie sich vor, eine Behörde möchte ein größeres Gebiet mit einem Mischwald aufforsten und will nun wissen, wie sich diese Veränderung auf den lokalen Grundwasserspiegel auswirkt. In dieser Situation können wir eine belastbare Aussage treffen und Probleme frühzeitig vermeiden oder Konzepte optimieren.

Welche spezifischen Vorteile bieten Ihre Technologien in der effizienteren Verwaltung und im Umgang mit wachsender globaler Wasserknappheit? Wie unterscheiden sich Ihre Lösungen von anderen auf dem Markt? Können Sie uns ein aktuelles Projekt nennen, das dies veranschaulicht?

Wir sind an einer grundsätzlichen Technologieunabhängigkeit interessiert. Deshalb entwickeln wir unsere Lösungen selbst im Haus auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Diese Lösungen integrieren wir in Datenplattformen, sodass die Modelle zu dauerhaft verfügbaren Systemen werden. Daraus leiten wir über die Laufzeit des Systems entscheidende Synergien in den Bereichen Betrieb, Betriebskosten und Ergebnisverwertung ab. Eine Grundannahme unserer Studien ist, dass wir Probleme bereits identifizieren, bevor beispielsweise Baumaßnahmen realisiert werden. So vermeiden unsere Kunden teure Planungsfehler.

Ein gutes Beispiel ist unsere Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Hier helfen unsere Modellstudien, Brücken kosteneffizient zu planen und zu realisieren. Auch verschiedene Wasserversorger verlassen sich auf unsere Technologien und Beratungsleistungen, um ihre Versorgungsfähigkeit im Angesicht schwindender Ressourcen sicherzustellen. Unter dem folgenden Link finden Sie das Projekt zur Modellierung: Finding the most efficient path across river for new railroad bridges.

Wo sehen Sie die nächsten wichtigen Projekte für DHI WASY und welche Zielländer streben Sie in Zukunft an? Welche sind die Hauptgründe für Ihre Wahl?

Wichtige Projekte erwarten wir im Bereich Wasserinfrastruktur und Klimaanpassungen. Auch die Schaffung integrierter Plattformen wird in Zukunft an Bedeutung zunehmen. Dazu gehört auch, die bestehende kritische Wasserinfrastruktur in Deutschland grundlegend zu verstärken. Wir zielen auf eine organische Entwicklung in allen europäischen Ländern ab. Der Fokus liegt dabei auf Skaninavien und dem Baltikum sowie auf Südeuropa mit Spanien und Griechenland.

DHI WASY verwirklicht international zahlreiche Projekte, wie zum Beispiel den Hochwasserschutz in Europa und die Verbesserung der Wasserversorgung in Asien: Welche Herausforderungen gab es in diesen Projekten?

Mike Mine Mockup © DHI Group

In Europa ist Hochwasserschutz vorrangig regelbasiert. Es geht weniger um die beste Lösung, sondern um die Erfüllung eines Regelrahmens. Das führt in den Projekten zu Spannungen. In Europa müssen wir eine Reihe von Stakeholdern beachten, was die Planung komplexer macht. Es ist also unerlässlich, mit den richtigen Akteuren zu arbeiten, um am Ende gute Lösungen zu ermöglichen. In Asien sieht die Situation anders aus. Dort besteht ein gesellschaftlicher Grundkonsens und ein Grundvertrauen in die Ingenieurwissenschaften, dass die Lösungen von Vorteil sind. Das macht die Zusammenarbeit mit den Stakeholdern einfacher. Allerdings sind die Rahmenbedingungen in manchen Fällen unklarer, was die Einigung auf Lösungen erschwert. In solchen Fällen ist es jedoch oft eine gute und lokal integrierte Lösung. Der kulturelle Rahmen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Das kann eine Herausforderung sein, aber auch eine unglaubliche Motivation. Es gibt kein „gut“ oder „schlecht“.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Mitgliedschaft bei German Water Partnership und was erhoffen Sie sich durch die Zusammenarbeit im GWP-Netzwerk?

GWP muss eine Lücke für uns schließen, wenn es um die Außendarstellung geht. Ich erwarte von GWP, dass sie zu einem Taktgeber der Wasserwirtschaft im Ausland wird. Als Ingenieurbüro haben wir einen engen und intensiven Arbeitsalltag. Wir fokussieren uns auf die Arbeit mit unseren Kunden. Damit das so funktioniert, setzen wir auf externe Hilfe im Netzwerken. Wir brauchen einen intensiveren Austausch mit unseren Ministerien, mit einem klaren wirtschaftlichen Fokus, um unsere Expertise und Technologien ins Ausland zu exportieren.

Wir sehen GWP als ein Netzwerk, das die Vernetzung unter den deutschen Firmen in der Wasserwirtschaft erlaubt und unterstützt – und damit eine Grundlage schafft, um aus nationalen Netzwerken internationale Partnerschaften zu formen. Wir brauchen eine europäische Exportinitiative, in der die verschiedenen Programme der EU-Länder gebündelt werden.