Bedarfsgerechte Technologien und ein stabiles Netzwerk als Schlüssel für eine nachhaltige Wasserwirtschaft | Die Vorstandskolumne

„Die Vorstandskolumne“ ist eine Rubrik, in der Sie monatlich aus der Perspektive eines GWP-Vorstandsmitglieds über relevante Themen aus dem Wassersektor informiert werden. Die neunte Ausgabe kommt von Anja Rach.

Anja Rach, GWP-Vorstandsmitglied

Es ist schon wieder Herbst, die Bundestagswahlen sind gelaufen und die anhaltende Unsicherheit im Umgang mit Pandemien in Zukunft beeinflusst unser Berufsleben entscheidend. Wir leben und arbeiten in einer Zeit, geprägt von entscheidenden Umbrüchen. Das digitale Zeitalter wird und darf unseren beruflichen Alltag noch stärker prägen. Das Netzwerken – wie wir es kennen – wird weiterhin einen rasanten Transformationsprozess durchlaufen, den wir mitgestalten können und müssen. Gerade hier zeigt sich der hohe Nutzen von German Water Partnership.

Als Vorstandspatin des GWP Regionalforums Nordamerika, aber auch als Consultant der Firma Enexio Water Technologies GmbH freue ich mich daher, Ihnen an dieser Stelle einen kleinen Einblick in unsere Vereinsarbeit zu geben und Sie ausdrücklich zu animieren: Seien Sie dabei! Engagieren Sie sich!

Besonders bei komplexen Projekten, bei hohen Investitionen und bei umfangreichen Strukturmaßnahmen ist der persönliche Kontakt, das Vertrauen unter den Partnern unerlässlich. Der entscheidende Faktor bleibt der Mensch. Daher ist es für uns als GWP-Netzwerk selbstverständlich, persönlich präsent zu sein, wenn GWP-Days, Auslandsmessen und Konferenzen, wie die GWP Jahreskonferenz wieder live stattfinden. Im persönlichen Gespräch können wir gemeinsam erarbeiten, wie bedarfsgerechte Technologien aus Deutschland weltweit Anwendung finden und wo Ihr Unternehmen der perfekte Kooperationspartner sein kann.

Zu unserer Arbeit:

Wir wissen, dass die Menschheit mitverantwortlich für den Klimawandel ist und wir für die Umweltverschmutzung die Verantwortung tragen. Weiterhin haben große Teile der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und müssen mit verschmutzten Abwässern leben. Diesen massiven Herausforderungen an den Aufbau nachhaltiger, wasserwirtschaftlicher Strukturen weltweit müssen wir ganzheitlich mit angepassten Technologien begegnen. Denn auch wenn robuste, einfachere Technologien oft nicht die Leistung erreichen, die heute möglich ist, haben sie meist entscheidende Vorteile in puncto Energieeffizienz, Wartung und Handling. Nicht die neuste Technologie ist die richtige, sondern eine vor Ort funktionierende. Weiterhin braucht es vor Ort das Know-How, um einen dauerhaft erfolgreichen Betrieb der Anlagen zu gewährleisten, welches im GWP Arbeitskreis Betrieb und Bildung und im Rahmen des aktuellen Projektes Betreiberplattform unterstützt wird.

Im Klartext heißt das, den Fokus unserer Arbeit auf drei wesentliche Aspekte zu legen: Die Expertise durch fachgerechte Schulung in die Zielregion zu verlagern, das Projekt so lange wie nötig „backstage“ zu begleiten und vor allem deutsche Technologien an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen.

Unsere Erfahrung mit den unterschiedlichsten Entwicklungsphasen der Wasserwirtschaft ermöglicht es uns – mit dem entsprechenden Capacity Development – eine Vielzahl erfolgreicher Projekte in heutigen Schwellenländern erfolgreich umzusetzen. Egal ob Trinkwasseraufbereitung, Abwasserwirtschaft oder Wasserwiederverwendung – deutsche Hersteller haben technisch robuste, einfache und dennoch effiziente Systemlösungen parat oder können sie niedrigschwellig entwickeln.

GWP Regionalforen und Arbeitskreise treiben Themen voran

Begleitet wird unsere dementsprechende Projektarbeit durch anwendungsbezogene Forschungsprojekte im Verbund international führender Institutionen, Universitäten, Technologieverbände und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Im GWP Arbeitskreis Innovation und Wissenschaftskooperation findet die fortlaufende Vernetzung beteiligter Forschungseinrichtungen und Unternehmen statt.

Ein weiteres anschauliches Beispiel unserer Verbandsarbeit ist das GWP Regionalforum Indien, welches durch unseren ENEXIO-Geschäftsführer Peter Althaus in Funktion des Forumsleiters unterstützt wird. Besonders in für uns neuen, ausländischen Märkten (wie in diesem Beispiel dem indischen Markt) ist der Zugang von Netzwerken und regionalem Insiderwissen abhängig. Dank langjähriger Aktivitäten und guter Verbindungen zu den Akteuren vor Ort, kann das Regionalforum seine Mitglieder auf dem Weg zum Markteintritt bestmöglich unterstützen. So waren wir als GWP e.V. mit unseren Mitgliedern regelmäßig auf der IFAT India mit einem Gemeinschaftsstand vertreten, haben vier erfolgreiche GWP-Days und eine Delegationsreise mit der Bundeskanzlerin sowie der Umweltministerin durchgeführt. Das im Regionalforum Indien entwickelte und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit unterstützte Projekt ShowCaseIN bringt künftig deutsche Technologien mit indischen Partnern zusammen und fördert so effektiv Wissensaustausch und Kooperationen.

Sie sehen: Es lohnt sich.

Nutzen Sie unser Netzwerk, beteiligen Sie sich aktiv an Verbandsveranstaltungen und Projekten. Erfolgreiches Netzwerken geht nur gemeinsam!

Ich freue mich, Sie im Sommer 2022 zur IFAT in München und zur Jahreskonferenz in Berlin gleich zweimal und endlich wieder persönlich treffen zu können.

Bleiben Sie aktiv im GWP-Netzwerk – oder werden Sie es,

mit ganz herzlichen Grüßen

Ihre Anja Rach