
Institutionelle Stärkung, Wissensaustausch und neue Netzwerke zwischen AfWASA und GWP
Die Kammer- und Verbandspartnerschaft (KVP) zwischen German Water Partnership e. V. (GWP) und der African Water and Sanitation Association (AfWASA) wurde erfolgreich abgeschlossen.
Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über sequa geförderte Projekt stärkte von 2019 bis 2026 die institutionelle Weiterentwicklung von AfWASA und intensivierte den fachlichen Austausch zwischen Akteuren der afrikanischen und deutschen Wasserwirtschaft.
Wirkung der Partnerschaft – Ergebnisse auf einen Blick

Die Zahlen verdeutlichen die institutionelle Weiterentwicklung von AfWASA sowie den Ausbau nachhaltiger Austausch- und Serviceangebote im afrikanischen Wassersektor.
Über das Projekt
GWP arbeitete im Rahmen der KVP mit der panafrikanischen AfWASA zusammen. Ziel des GAPWAS-Projekt war es, AfWASA nachhaltig als leistungsfähigen und vernetzten Verband im afrikanischen Wasser- und Abwassersektor zu stärken.
Im Mittelpunkt standen:
- die institutionelle Professionalisierung des Verbandes,
- der Ausbau nachhaltiger Dienstleistungen,
- Capacity Development,
- Wissensmanagement,
- sowie die Intensivierung des deutsch-afrikanischen Austauschs im Wassersektor.
Das Projekt wurde im Rahmen des Programms „Kammer- und Verbandspartnerschaften“ durch das BMZ über sequa gefördert.
Projekthistorie
Die African Water and Sanitation Association (AfWASA) und German Water Partnership (GWP) verbindet eine langjährige Partnerschaft, die ihren Ursprung beim AfWA Congress 2012 in Marokko hat. In den darauffolgenden Jahren wurde der Austausch kontinuierlich vertieft – unter anderem durch die Teilnahme von GWP an den AfWASA-Kongressen in Côte d’Ivoire (2014) und Kenia (2016), bei denen erste Gespräche über eine intensivere Zusammenarbeit geführt wurden.
2018 besuchte eine GWP-Delegation die AfWASA-Geschäftsstelle in Abidjan, um die Grundlage für eine Kammer- und Verbandspartnerschaft zu schaffen. Im selben Jahr folgte ein Gegenbesuch von AfWASA in Berlin. Während einer einwöchigen Delegationsreise tauschten sich die Teilnehmenden mit GWP-Mitgliedern aus, besichtigten Referenzanlagen der Wasser- und Abwasserwirtschaft und führten Gespräche mit Ministerien sowie der ivorischen Botschaft.
Auf Basis dieser vorbereitenden Zusammenarbeit wurde eine gemeinsame Projektskizze entwickelt und anschließend erfolgreich das Förderverfahren durchlaufen. Die Kammer- und Verbandspartnerschaft mit dem Namen GAPWAS konnte schließlich am 1. November 2019 offiziell starten.
Ziel des Projekts war es, AfWASA durch Trainings, Beratungsangebote, Fachdialoge und institutionelle Unterstützung nachhaltig zu stärken und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung in Afrika zu leisten. Gleichzeitig eröffnete die Partnerschaft Unternehmen und Institutionen der deutschen Wasserwirtschaft einen direkten Zugang zu einem panafrikanischen Netzwerk und schuf neue Möglichkeiten für fachlichen Austausch, Kooperationen und gemeinsame Projekte.
Institutionelle Entwicklung und Professionalisierung von AfWASA
Über AfWASA
Die African Water and Sanitation Association (AfWASA) wurde 1980 gegründet und ist ein panafrikanischer Fachverband für Akteure der Wasser-, Abwasser- und Sanitärwirtschaft. Der Verband vereint Institutionen, Unternehmen, Versorgungsbetriebe und Fachorganisationen aus dem gesamten afrikanischen Kontinent.
AfWASA fördert den Wissensaustausch und die nachhaltige Entwicklung des Wassersektors durch Fachnetzwerke, Capacity Development, Interessenvertretung sowie die Organisation von Austausch- und Weiterbildungsformaten.
Der Verband hat seinen Sitz in Abidjan, Côte d’Ivoire, und vereint über 300 Mitglieder in mehr als 40 afrikanischen Ländern.
IIm Rahmen des Projekts wurde AfWASA bei der Weiterentwicklung interner Strukturen und Prozesse unterstützt. Dazu gehörten unter anderem Fortbildungen zu Qualitätsmanagement, interner Kommunikation und Prozessorientierung sowie die Einführung neuer Instrumente für Wissensmanagement und Organisationsentwicklung.
Parallel dazu initiierte AfWASA einen umfassenden Qualitätsmanagementprozess mit dem Ziel einer zukünftigen ISO-9001-Zertifizierung. Zudem wurden zentrale Organisationsprozesse dokumentiert und weiterentwickelt, um Wissen langfristig institutionell zu verankern.
Ein weiterer Meilenstein war der Relaunch der zweisprachigen AfWASA-Website Anfang 2025. Die neue Plattform stärkt die Sichtbarkeit des Verbandes, seiner Dienstleistungen und Projektergebnisse und dient zugleich als zentrale Informations- und Wissensplattform für Mitglieder und Partner.
Neue Dienstleistungen und nachhaltige Angebote
Ein Schwerpunkt des Projekts lag auf dem Ausbau nachhaltiger Dienstleistungen für AfWASA. Hierzu wurden mehrere neue beziehungsweise deutlich erweiterte Angebote entwickelt.
Dazu zählen:
- technische Workshops und Schulungen,
- Delegations- und Benchmarkingreisen,
- digitale Wissens- und Austauschplattformen,
- Matchmaking-Formate zwischen Versorgern und Unternehmen,
- sowie neue datenbasierte Angebote wie die African Utility Database Collective (AUDC).
Mit diesen Angeboten stärkt AfWASA langfristig seine Rolle als Netzwerk- und Serviceplattform für den afrikanischen Wasser- und Sanitärsektor.
Deutsch-afrikanischer Wissensaustausch
Fachdialoge und Austauschformate
Die Partnerschaft förderte den kontinuierlichen Austausch zwischen afrikanischen und deutschen Akteuren der Wasserwirtschaft. Im Projektverlauf wurden mehr als 15 Austauschformate umgesetzt – darunter Webinare, Workshops, Panels auf internationalen Fachmessen sowie gemeinsame Dialogveranstaltungen.
Zu den wichtigsten Formaten gehörten:
- die Webinarreihe „Ask the Experts“,
- Panels auf der IFAT Africa und IFAT München,
- Workshops zu Betreiberpartnerschaften,
- sowie gemeinsame Veranstaltungen mit Partnern wie GWOPA, DWA, GIZ und WaterWorX.
Insgesamt profitierten mehr als 570 afrikanische Fachkräfte von diesen Austauschformaten.
Die Themen reichten von Wasserqualität, Energieeffizienz und Abwasserbehandlung bis zu Klimaanpassung, Governance und Digitalisierung.
Besondere Bedeutung erhielt die Webinarreihe „Ask the Experts“, die sich als dauerhaftes Austauschformat zwischen afrikanischen und deutschen Fachakteuren etablierte.
Über die „Ask the Experts“-Sessions
„Ask the Experts“ ist eine im Rahmen von GAPWAS entwickelte Veranstaltungsreihe, die den langfristigen fachlichen Austausch zwischen den Mitgliedern von GWP und AfWASA fördert. Ziel des Formats ist es, technische Expertise, Praxiswissen und Erfahrungen im Rahmen von Webinaren zu teilen und nachhaltige Netzwerke zwischen Akteuren der deutschen und afrikanischen Wasserwirtschaft aufzubauen.
Alle Sessions im Überblick:
| Datum | Thema |
|---|---|
| NOV 2021 | Decontamination of water (heavy metals, arsenic & manganese) |
| JAN 2022 | Leak Detection |
| JUL 2022 | Wastewater treatment: energy efficiency and financing models |
| AUG 2022 | Resilience to the global freshwater crisis: Desalination of salt and brackish water for drinking water supply |
| OKT 2022 | Storm Water Management and rainwater harvesting in Africa – Global Thinking for Local Solutions |
| APR 2023 | Valorising the End-products of domestic and industrial wastewater treatment |
| JUN 2023 | Instruments and strategies for climate-resilient water and sanitation services |
| JUL 2023 | Innovative methods for ensuring safe drinking water for all in Africa |
| DEZ 2023 | Innovations for Accelerating SDG 6.2 and 6.3 towards Water-Wise and Resilient Cites |
| DEZ 2024 | Water Reuse Unlocked: Global Insights, Local Impact, and Innovations for Water Security |
| MRZ 2025 | Strengthening Water Operator Partnerships: Expert Exchange for Sustainable Utility Cooperation |
| JUN 2025 | The Role of Young Innovators in Driving Smart Water Management |
Ausblick
Auch nach dem offiziellen Projektabschluss wollen GWP und AfWASA die Zusammenarbeit fortführen. Erfolgreiche Austauschformate wie „Ask the Experts“ sollen weiterentwickelt und bestehende Netzwerke zwischen afrikanischen und deutschen Akteuren weiter ausgebaut werden.
Bereits nach Ende der Projektlaufzeit wurden AfWASA-Mitglieder in das Fachprogramm des GWP-Gemeinschaftsstands auf der IFAT München 2026 eingebunden. Dies unterstreicht die nachhaltige Wirkung der Partnerschaft und die Fortsetzung des deutsch-afrikanischen Fachdialogs im Wassersektor.
Projektpartner
Projektpartner

Gefördert durch

via

Ansprechpersonen zum Projekt
Zur Umsetzung des Projekts entsandte GWP eine Langzeitexpertin nach Abidjan, die die Projektleitung vor Ort übernahm, den Partnerverband fachlich beriet und zugleich als Ansprechpartnerin für deutsche Unternehmen fungierte. Die fachliche Steuerung und Begleitung des Projekts erfolgte durch die GWP-Geschäftsstelle in Berlin.
