Zwei Delegationstreffen, konkrete Projektansätze und neue Kooperationsperspektiven: Im Oktober brachte German Water Partnership (GWP) deutsche Wasserexpertise mit Entscheidungsträgern aus Indien und Indonesien zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen der Wasserwirtschaft, technologische Lösungsansätze und Möglichkeiten einer vertieften Zusammenarbeit.
Indische Delegation zu Gast bei GWP in Berlin
Am 6. Oktober empfing GWP eine Delegation des indischen Ministry of Jal Shakti sowie der Pune Municipal Corporation in der Berliner Geschäftsstelle. Im Mittelpunkt des Austauschs stand das Mula-Mutha River Pollution Abatement Project, mit dem die Gewässerbelastung des Flusses in der indischen Stadt Pune reduziert werden soll.
Nach der Begrüßung durch Zaigham Ali Khan, Joint Secretary im Ministry of Jal Shakti, und GWP-Geschäftsführer Boris Greifeneder stellten die GWP-Mitgliedsunternehmen WILO, Boreal Light und Roediger Vacuum ihre Erfahrungen, Technologien und Projektaktivitäten in Indien vor.

Der anschließende Fachaustausch konzentrierte sich auf zentrale Fragen der kommunalen Abwasserbehandlung: von der Entfernung von Stickstoff und Phosphor über die Klärschlammbehandlung und energetische Verwertung bis hin zum energie- und ressourceneffizienten Betrieb von Kläranlagen. Ein besonderer Fokus lag auf den Herausforderungen beim Bau und Betrieb der elf Kläranlagen im Rahmen des Mula-Mutha-Projekts sowie der Übertragbarkeit deutscher Technologien und Betriebserfahrungen auf die lokalen Rahmenbedingungen in Indien.
Das Treffen bot Gelegenheit, konkrete technische Fragestellungen mit den Kompetenzen deutscher Unternehmen zusammenzubringen und Ansatzpunkte für eine weitere Zusammenarbeit auszuloten.
Regionalforum Süd- & Südostasien: Indonesien im Fokus
Eine Woche später, am 14. Oktober, setzte GWP den regionalen Austausch im Rahmen der 8. Sitzung des Regionalforums Süd- & Südostasien fort. Die Teilnehmenden befassten sich zunächst in der GWP-Geschäftsstelle mit aktuellen Projekten und Kooperationsperspektiven in der Region.
Auf der Agenda standen unter anderem die Erkenntnisse einer Fact Finding Mission zur möglichen Anbahnung einer Water Operator Partnership in Indien sowie Projekte und Perspektiven der KfW in Süd- und Südostasien. Ergänzende Einblicke in konkrete Marktchancen und Projektansätze in Indonesien bereiteten den anschließenden Delegationsbesuch in der Botschaft der Republik Indonesien vor.
Dort empfing Deputy Chief of Mission Fajar Wirawan Harijo die GWP-Delegation gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Abteilungen für Wirtschaft, Politik sowie Presse, Soziales und Kultur. Die indonesischen Generalkonsulate in Hamburg und Frankfurt waren digital zugeschaltet.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Herausforderungen und Investitionsbedarfe des indonesischen Wassersektors. Dazu zählen insbesondere die Modernisierung bestehender Infrastruktur, der Aufbau technischer und betrieblicher Kapazitäten, der Technologietransfer sowie die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Diskutiert wurden zudem strategische Entwicklungen wie die indonesische Wasserwiederverwendungsstrategie bis 2030 und die geplante Ausweitung von Sonderwirtschaftszonen. Insbesondere im Bereich der industriellen Abwasserbehandlung ergeben sich daraus neue Anforderungen an technische Standards und potenzielle Anknüpfungspunkte für die deutsche Wasserwirtschaft.
Neue Perspektiven für die deutsch-indonesische Zusammenarbeit
Mit Blick auf das Jahr 2027, in dem Deutschland und Indonesien das 75-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen feiern, verständigten sich beide Seiten darauf, Möglichkeiten für ein gemeinsames Business-Matching-Format auszuloten. Ziel ist es, deutsche Unternehmen und indonesische Akteure gezielt miteinander in Kontakt zu bringen und konkrete Kooperationsmöglichkeiten im Wassersektor zu identifizieren.
GWP und die indonesische Botschaft wollen den begonnenen Dialog fortsetzen und ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen.
Ausblick 2027: Geschäftsanbahnung in Indien und auf den Philippinen
Auch 2027 setzt GWP den Ausbau internationaler Geschäftskontakte in Süd- und Südostasien fort. Zwei Geschäftsanbahnungsreisen im Rahmen des Markterschließungsprogramms für KMU des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) bieten deutschen Unternehmen die Möglichkeit, neue Märkte zu erschließen und Kontakte zu potenziellen Geschäftspartnern und Entscheidungsträgern aufzubauen.
Vom 1. bis 5. März 2027 führt eine Geschäftsanbahnungsreise nach Chennai und Pune in Indien. Vom 21. bis 25. Juni 2027 folgt eine weitere Reise auf die Philippinen mit Station in Manila. Beide Maßnahmen werden von den jeweiligen Auslandshandelskammern in Zusammenarbeit mit GWP organisiert und richten sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen der deutschen Wasserwirtschaft.
Neben fundierten Marktinformationen stehen die Präsentation deutscher Technologien und Dienstleistungen sowie der direkte Austausch mit lokalen Akteuren im Mittelpunkt. Damit bieten die Reisen die Möglichkeit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Geschäftsperspektiven zu entwickeln.
Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen:
Die Delegationstreffen im Oktober und die geplanten Aktivitäten für 2027 verdeutlichen, wie GWP den internationalen Dialog mit konkreten Angeboten zur Markterschließung verbindet. Als Schnittstelle zwischen deutschen Unternehmen und internationalen Partnern schafft das Netzwerk Zugänge zu Entscheidungsträgern, bringt technologische Kompetenzen mit konkreten Bedarfen zusammen und unterstützt so die Entwicklung langfristiger Kooperationen.
