Warum Verlässlichkeit und Netzwerke die beste Währung für uns sind | Die Vorstandskolumne

„Die Vorstandskolumne“ beleuchtet aktuelle Entwicklungen im Wassersektor aus Sicht eines GWP-Vorstandsmitglieds. Die 56. Ausgabe verantwortet Dr. Michael Kuhn.

Dr. Michael Kuhn, GWP-Vorstandsmitglied

Wenn man wie wir kürzlich bei der KUHN GmbH auf 100 Jahre Firmengeschichte zurückblicken darf, hält man unweigerlich für einen kurzen Moment inne. So ein Jubiläum macht einem schnell klar: Wasser war vor 100 Jahren ein existenzielles Thema, ist es heute und wird es auch immer bleiben. Verändert haben sich vor allem die globalen Rahmenbedingungen und die Komplexität der Aufgabe, diese lebenswichtige Ressource zu schützen und nachhaltig zu bewahren.

Ein ganzes Jahrhundert Unternehmensgeschichte erfüllt mich nicht nur mit Stolz, sondern bringt auch eine klare Verantwortung mit sich. Denn Vertrauen entsteht nicht durch schnelle Versprechen, sondern durch Qualität, Beständigkeit und verlässliche Partnerschaften. Umso mehr freue ich mich, mich auch künftig im Vorstand von German Water Partnership (GWP) einbringen zu dürfen. Für das entgegengebrachte Vertrauen und meine Wiederwahl danke ich allen Mitgliedern herzlich.

Mein Engagement bei GWP ist für mich weit mehr als ein Ehrenamt. Die Herausforderungen der internationalen Wasserwirtschaft sind zu groß, um sie im Alleingang zu bewältigen. Insbesondere für den deutschen Mittelstand sind starke Netzwerke entscheidend, um Wissen zu bündeln, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Märkte zu erschließen.

Dass dieses Netzwerk lebt, hat nicht zuletzt der Besuch von GWP-Geschäftsführer Boris Greifeneder bei unseren Tagen der offenen Tür in Höpfingen gezeigt. Solche persönlichen Begegnungen schaffen ein Fundament, fördern den direkten Dialog und verdeutlichen, wie nah die Geschäftsstelle an ihren Mitgliedern agiert. Genau dieses partnerschaftliche Miteinander macht unsere Stärke aus.

Dr. Michael Kuhn begrüßt GWP-Geschäftsführer Boris Greifeneder in Höpfingen © Wessely Media

Wie wertvoll diese Zusammenarbeit ist, zeigt sich besonders im Regionalforum Süd- und Südostasien. Märkte wie Indien stehen vor massiven Herausforderungen: Eine dynamische Urbanisierung und starkes industrielles Wachstum treffen auf begrenzte Wasserressourcen. Der Bedarf an moderner Umwelttechnik und fundiertem Engineering ist enorm. Gleichzeitig sind Markteintritt und langfristiger Erfolg für einzelne Unternehmen oft mit hohen Hürden verbunden.

Deshalb setzen wir im Regionalforum bewusst auf Kooperation statt auf den Alleingang. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist unsere enge Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort, die unsere technische Expertise mit den Strukturen und Netzwerken verknüpft. Daraus entstehen konkrete Ergebnisse mit spürbarem Mehrwert. Ein Beispiel für dieses zukunftsweisende Engagement ist das zukünftige Projekt in Shimla: Hier bringen wir deutsche Technologie und Know-how ein, um vor Ort konkrete Lösungen für eine nachhaltige und effiziente Wasser- beziehungsweise Abwasserinfrastruktur zu realisieren. Solche Vorhaben dienen als wichtige Referenzen und zeigen, wie praxisnah die Arbeit in unserem Netzwerk funktioniert.

Diesen Kurs setzen wir konsequent fort. Die kommende Asian Development Bank Germany Roadshow 2026 im Oktober bietet Mitgliedern die Gelegenheit, frühzeitig mit Vertreterinnen und Vertretern der Asiatischen Entwicklungsbank ins Gespräch zu kommen, um geplante Infrastrukturprojekte kennenzulernen. Auch die Vorbereitungen auf die IFAT India 2026 im September laufen bereits. GWP wird mit einem Stand auf dem German Pavilion in Mumbai vertreten sein und bietet Mitgliedern im Rahmenprogramm eine Bühne, um passgenaue Lösungen „Made in Germany“ für die Herausforderungen im indischen Wassersektor zu präsentieren. Auslandsmessen wie diese sind unerlässlich, um Partnerschaften zu vertiefen und die Innovationskraft der deutschen Wasserwirtschaft international zu positionieren.

Gerade in einer Zeit global steigender Anforderungen rund um die Ressource Wasser sind Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen wichtiger denn je. Die Zukunft unserer Branche wird nicht allein durch technologische Innovationen entschieden, sondern maßgeblich durch starke Partnerschaften, den offenen Wissenstransfer und den Mut, gemeinsam neue Wege zu gehen.