Vom Dialog zur Umsetzung: GWP vertieft Wasserkooperation mit Kasachstan

Kasachstans Wasserwirtschaft steht vor umfassenden Modernisierungsaufgaben – und bietet neue Ansatzpunkte für Kooperationen und technologische Lösungen. © unsplash/Daniyar Orazov

Kasachstan steht vor großen wasserwirtschaftlichen Herausforderungen: Die Folgen des Klimawandels treffen auf eine vielerorts modernisierungsbedürftige Wasserinfrastruktur, die teilweise noch aus der Sowjetzeit stammt. Gleichzeitig wächst der Druck auf die verfügbaren Wasserressourcen – durch zunehmende Urbanisierung ebenso wie durch Industrie und Landwirtschaft.

Für German Water Partnership liegt darin ein konkreter Ansatzpunkt für die Zusammenarbeit: Wie können deutsches Know-how und Technologien „Made in Germany“ dazu beitragen, die Wasserinfrastruktur des Landes nachhaltig weiterzuentwickeln – und zugleich tragfähige Zugänge für deutsche Unternehmen schaffen?

Zwei Jahre Dialog als Grundlage

Seit gut zwei Jahren steht GWP dazu in engem Austausch mit der kasachischen Regierung. Angestoßen wurde der Dialog durch den stellvertretenden Premierminister Kanat Bozumbayev und seither kontinuierlich durch den kasachischen Botschafter in Berlin, Nurlan Onschanow, unterstützt. Auf einen ersten Roundtable folgten zahlreiche Gespräche mit den für Industrie und Wasser zuständigen Ministern, Vertreterinnen und Vertretern der Ministerien sowie nachgeordneten Organisationen in Berlin und Astana.

Ende August nahm die Zusammenarbeit einen weiteren konkreten Schritt: Im Rahmen der 17. Sitzung des Kasachisch-Deutschen Wirtschaftsrates stellte GWP-Geschäftsführer Boris Greifeneder die gemeinsam entwickelte Idee eines Kasachisch-Deutschen Wasserlabors vor.

Boris Greifeneder, Geschäftsführer von GWP (1.v.li.), beim 17. Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrat 2026 in Berlin © GWP

Vom Wasserlabor zum Water Technology Hub

Das Labor soll einen praxisnahen Rahmen schaffen, um gemeinsam mit dem KazCenter for Housing and Communal Services unterschiedliche Technologien und Lösungsansätze unter den konkreten Bedingungen in Kasachstan zu erproben und zu bewerten. Für deutsche Unternehmen eröffnet sich damit die Perspektive, ihre Expertise frühzeitig einzubringen und Lösungen an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort auszurichten.

Dabei soll es nicht beim Labor bleiben: Perspektivisch könnte daraus ein Kasachisch-Deutscher Water Technology Hub entstehen – als dauerhafte Plattform, die kasachische und deutsche Partner zusammenbringt und Raum für Trainings, Wissensaustausch sowie die Präsentation und Anwendung geeigneter Technologien aus dem GWP-Netzwerk schafft.

 

Von der Kooperation zu konkreten Projekten

Ein wichtiger nächster Schritt ist die politische Flankierung der Initiative. Das Vorhaben wurde deshalb auch in die Kasachisch-Deutsche Regierungsarbeitsgruppe eingebracht, in der derzeit die inhaltlichen Schwerpunkte für den Besuch des kasachischen Präsidenten Ende September abgestimmt werden.

Für GWP zeigt die Entwicklung vor allem eines: Wenn kontinuierlicher politischer Dialog, konkrete Bedarfe vor Ort und die Expertise des Netzwerks zusammenkommen, können aus Kontakten belastbare Strukturen für langfristige Zusammenarbeit entstehen. Das Ziel geht dabei über Austausch und Wissenstransfer hinaus: Aus der Zusammenarbeit sollen konkrete Projekte entstehen, an denen sich deutsche Unternehmen beteiligen können – und damit langfristig auch Geschäftsmöglichkeiten für das GWP-Netzwerk im kasachischen Wassermarkt.