Neues aus den Märkten | Juni 2026

Regionalforum Ostasien

Gremienleitungswahl und Rückblick auf die IE expo China 2026

Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der bisherigen Gremienleitung wird fortgesetzt: Im Rahmen der 7. Sitzung des Regionalforums Ostasien am 17. Juni 2026 bestätigten die Mitglieder Prof. Sonja Bauer (OTH Amberg-Weiden) als Leiterin des Regionalforums sowie Bingxiang Wang (Binder GmbH) als stellvertretenden Leiter für eine weitere Amtsperiode.

Prof. Dr.-Ing. Sven-Uwe Geißen (GWP-Vorstandsmitgliedund) Lucie König (GWP) beim Standbesuch von Wilo auf der IE expo China 2026 © GWP

Inhaltlich stand der Rückblick auf die IE expo China 2026 in Shanghai im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Vertreterinnen der Messe München wurden aktuelle Entwicklungen des chinesischen Umweltmarktes diskutiert. Trotz einer insgesamt herausfordernden Marktsituation bleibt die IE expo die wichtigste Umweltfachmesse Chinas. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, PFAS und Zero Liquid Discharge (ZLD) zunehmend an Bedeutung.

Dr. Michael Kuhn, Geschäftsführer der KUHN GmbH und Vorstandsmitglied von German Water Partnership (GWP), berichtete darüber hinaus über das ASEM-Seminar für Urban Water Management in Helsinki, das den internationalen Austausch zwischen Europa und Asien sowie die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in den Fokus stellte.

Zum Abschluss tauschten sich die Teilnehmenden über die Weiterentwicklung der GWP-Aktivitäten in China sowie zukünftige Formate des Regionalforums aus, insbesondere zur stärkeren Vernetzung zwischen den Mitgliedern. Die nächste Sitzung ist im Herbst 2026 geplant.

 

Regionalforum Afrika

Digitaler Dialog mit der KfW zu Finanzierungsaktivitäten, Projektumsetzung und privaten Sektorpotenzialen im südlichen Afrika

Welche Finanzierungs- und Projektaktivitäten bestehen aktuell im südlichen Afrika? Und wie können Unternehmen und Partnerinstitutionen in konkrete Projektvorhaben der KfW in der Region eingebunden werden? Zu diesen Fragestellungen tauschten sich 31 Teilnehmende im Rahmen der 49. Sitzung des Regionalforums Afrika am 18. Juni 2026 digital aus.

In einem Projektpitch für das im Aufbau befindliche Operator Training Centre in Lusaka stellte Michaela Braun (Emschergenossenschaft & Lippeverband) Möglichkeiten für eine stärkere Einbindung von Unternehmen und GWP-Netzwerkpartnern in Ausbildung und Betrieb wasserwirtschaftlicher Infrastruktur vor. Das Trainingszentrum entsteht im Rahmen der laufenden Betreiberpartnerschaft zwischen Emschergenossenschaft & Lippeverband und der Lukanga Water Supply and Sanitation Company.

Hauptprogrammpunkt war der Dialog mit der KfW zu ihren Finanzierungs- und Investitionsaktivitäten im südlichen Afrika. Thomas Wolf, Sachverständiger der KfW in Lusaka, stellte das aktuelle Portfolio in Sambia, Namibia und Südafrika vor. Dabei erläuterte er die strategische Ausrichtung des Engagements, die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit mit den Partnerländern sowie die Beteiligung von GWP-Mitgliedsunternehmen an laufenden KfW-finanzierten Projekten. Darüber hinaus zeigte er die enge Vernetzung der KfW mit Partnerorganisationen wie der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und den deutschen Botschaften auf.

Thomas Wolf (KfW) im Gespräch mit GWP-Mitglied Dr. Hamed Beheshti (Boreal Light) © GWP

Die Diskussion machte deutlich, dass im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit und bilateralen Verhandlungen mit den Partnerregierungen regelmäßig auch deutsche Unternehmen der Wasser- und Abwasserwirtschaft berücksichtigt werden. Gleichzeitig wurden Herausforderungen angesprochen, die sich insbesondere aus der Zusammenarbeit mit Systemintegratoren sowie den Entscheidungsprozessen auf Seiten der Kreditnehmer – den Regierungen in Sambia, Namibia und Südafrika – ergeben.

Christian Henschel (GIZ) stellte die wasserbezogenen Vorhaben der GIZ in Sambia vor, darunter das „Integrated Water Catchment Management and Landscape Protection in Zambia“ (AWARE 2.0).

Für die drei Fokusländer ergänzten Unternehmen aus dem GWP-Netzwerk die Perspektive der KfW mit Einblicken aus der Projektpraxis. Cees de Jong (Consulaqua) teilte Projekterfahrungen aus Sambia, Dr. Hamed Beheshti (Boreal Light) stellte das neue KfW-finanzierte Projekt im Norden Namibias vor und Tarek Khairallah (DIEHL Metering) gab Einblicke in laufende Aktivitäten und Marktchancen in Südafrika. Dr. Leonie Hyde-Smith (Hamburg Wasser) brachte außerdem naturnahe Ansätze am Beispiel der Betreiberpartnerschaft mit der Stellenbosch University im Rahmen von NEU-Water, einem Projekt des Forschungsprogramms Water Security in Africa, ein. Die Beiträge unterstrichen den Mehrwert deutscher Unternehmen bei der Umsetzung nachhaltiger Wasserinfrastruktur und zeigten zugleich Potenziale für eine stärkere Beteiligung an künftigen Projekten auf.

Ergänzend wurde die Rolle der KfW im Bereich Capacity Building hervorgehoben – insbesondere bei der Entwicklung von Ausschreibungsstandards und der Stärkung institutioneller Kapazitäten in den Partnerländern. Abschließend diskutierten die Teilnehmenden weitere Kooperationsmöglichkeiten im GWP-Netzwerk und betonten die Bedeutung einer engen Verzahnung von öffentlicher Finanzierung, Entwicklungszusammenarbeit und privatwirtschaftlicher Expertise für den Erfolg zukünftiger Wasserprojekte.

Save the Date: Die 50. Sitzung des Regionalforums Afrika findet am 30. September 2026 statt und wird von der Hermann Sewerin GmbH in Gütersloh ausgerichtet.

 

Regionalforum Nordafrika

Vernetzung und neue Impulse für die Zusammenarbeit in Nordafrika

Im Mittelpunkt der 19. Sitzung des Regionalforums Nordafrika am 23. Juni 2026 standen aktuelle Entwicklungen in den Fokusländern Marokko, Tunesien und Ägypten sowie die Vorbereitung anstehender Netzwerkaktivitäten.

Ein Rückblick auf die IFAT Munich 2026 verdeutlichte die Bedeutung des Austauschs mit Partnern aus Nordafrika sowie der Weltbankgruppe und die daraus entstandenen Anknüpfungspunkte für die deutsche Wasserwirtschaft.

Dr.-Ing. Manuel Krauß (FiW an der RWTH Aachen) stellte das von ihm geleitete Vorhaben zur Entwicklung von Indikatoren zur Messung der Klimaresilienz im Wassersektor in Marokko vor. Für Tunesien standen die aktuelle Wassersituation, Marktchancen sowie die Vorbereitungen der 5th Tunisian-German Water Days 2026, die vom 9. bis 11. November 2026 in Tunis stattfinden werden, im Mittelpunkt. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) wird im Rahmen der Veranstaltung zudem eine Leistungsschau Wasser- und Abwasserwirtschaft durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme. Sie ist Bestandteil der Exportinitiative Umwelttechnologien und wird im Rahmen des Markterschließungsprogramms für KMU durchgeführt. Zielgruppe sind vorwiegend kleine und mittlere deutsche Unternehmen.

Aghlabids Tanks, Kairouan, Tunisia © Adobe Stock / numage

Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen werden in Kürze veröffentlicht. Interessierte können sich bereits jetzt gerne bei Marie-Louise Chagnaud (GWP) melden.

Mit Blick auf Ägypten wurden die Beteiligungsmöglichkeiten an der International Water, Waste & Infrastructure (IWWI) vorgestellt, die vom 26. bis 28. Oktober 2026 erstmals parallel zur Cairo Water Week stattfinden wird. Die Messe ist bereits nahezu ausgebucht. Eine Anmeldung für den German Pavilion ist noch bis zum 16. Juli 2026 möglich. GWP wird mit einem eigenen Stand vertreten sein und das Konferenz- und Ausstellungsprogramm mitgestalten – mit im Gepäck: der neue Virtual Index of Members, anhand dessen das internationale Fachpublikum die Kompetenzen der GWP-Mitgliedsunternehmen digital erkunden kann.