EU-Fördermittel für Betreiberpartnerschaften – Einreichen von Projektvorschlägen bis 30. April möglich

GWP unterstützt deutsche Wasserbetreiber, einen Partner in Drittländern zu finden

Die Europäische Union hat die Wirksamkeit von Betreiberpartnerschaften erkannt und wird diese mit einem Programm fördern, das 20 bis 30 Water Operators’ Partnerships (WOPs) mit insgesamt 8,3 Mio. USD unterstützen wird.

Die Global Water Operators’ Partnerships Alliance (GWOPA) ruft daher förderungswürdige Betreiber von Wasser- und Sanitäranlagen in der EU dazu auf, mit Partnern in Drittländern zusammenzuarbeiten.

GWP möchte deutsche Wasserbetreiber für eine Partnerschaft motivieren und unterstützt daher die Kontaktaufnahme zu Wasserbetreibern im Ausland, insbesondere in Afrika. Um die wichtigsten Fragen zur EU-Förderung zu beantworten, organisierte GWP zusammen mit GIZ und GWOPA einen Workshop am 8. Februar 2021. Die Aufzeichnung des Workshops finden Sie hier.

Achtung: die Frist wurde verlängert! Die eigentlichen Projektvorschläge müssen dann von den Betreibern ausgearbeitet und bis zum 30. April 2021 bei GWOPA eingereicht werden.

1. Über Betreiberpartnerschaften

Wasserver- und Abwasserentsorger sind wichtige Akteure für eine nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden weltweit und tragen damit zentral zur Erreichung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN, United Nations) bei. Betreiberpartnerschaften werden unter der Bezeichnung WOP (Water Operator Partnership) schon seit Jahren erfolgreich umgesetzt.

In der Regel handelt es sich um Partnerschaften zwischen kommunalen Betreibern auf der Grundlage folgender Leitprinzipien:

  • WOPs konzentrieren sich darauf, die Kapazität des Personals der Betreiber zu erhöhen
  • und übernehmen keine Betriebsführungsverantwortung.
  • WOPs sind bedarfsorientiert.
  • WOPs sind Peer-Partnerschaften auf Augenhöhe, die direkt zwischen zwei oder mehr
    Betreibern (Nord-Süd, Süd-Süd, selten Nord-Nord) geschlossen werden.
  • WOPs sind „Not-for-profit“-Partnerschaften, werden nicht für kommerzielle Zwecke
    genutzt, aber sind kostendeckend.

In Deutschland hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Pilotprojekt „Betreiberplattform zur Stärkung von Partnerschaften kommunaler Unternehmen weltweit“ gestartet, um vier Pilot-Partnerschaften zwischen kommunalen deutschen und internationalen Betreibern durchzuführen.

 2. Neue Finanzierungsmöglichkeit für Betreiberpartnerschaften durch die EU

Das EU-WOP-Programm ist eine vierjährige Initiative, die von der Global Water Operators’ Partnerships Alliance (GWOPA) von UN-Habitat geleitet und von der Europäischen Kommission DEVCO finanziert wird. Im Rahmen des Programms stehen insgesamt 8,3 Mio. USD für 20 bis 30 Water Operators’ Partnerships-Projekte mit einer Laufzeit von 36 Monaten zur Verfügung.

UN-Habitat ruft förderungswürdige Betreiber von Wasser- und Sanitäranlagen dazu auf, mit Partnern zusammenzuarbeiten und bis spätestens 30. April Water Operators Partnerships (WOPs)-Projektvorschläge einzureichen.

Die Ausschreibungsunterlagen sind am 15.01.2021 veröffentlicht worden. Erfolgreiche Partnerschaftsbewerbungen sollen im zweiten Viertel des Jahres 2021 bestätigt werden.

Die Unterlagen geben Hintergrundinformationen zum EU-WOP-Programm und Hinweise zur Bewerbung. Die Rolle der Lead-Partner kann sowohl von Betreibern aus Europa als auch aus Entwicklungsländern übernommen werden. Eine Kooperation von mehreren Betreibern wird besonders begrüßt.

GWOPA beantwortet hier die am häufigsten gestellten Fragen.

3. Internationale Betreiberpartner für EU-Betreiberprojekt finden

Wenn Sie an einer internationalen Betreiberpartnerschaft  interessiert sind, aber noch keinen Partner im Ausland haben, unterstützen wir Sie gerne bei der Kontaktaufnahme. Gemeinsam mit den Leadpartnern des vom BMZ geförderten Pilotprojekt „Betreiberplattform“ und der GIZ werden wir versuchen, für Sie passende Kontakte zu geeigneten Partnern in Ihren Zielländern zu finden. Wenden Sie sich in diesem Fall gerne an uns.

 4. Informationen aus erster Hand

a) Workshop “EU-Fördermittel für Betreiberpartnerschaften – Was muss ich wissen?”
GWP organisierte am 8. Februar 2021 zusammen mit GIZ und GWOPA einen Workshop zur aktuellen Ausschreibung, um über die durch EU-Mittel geförderte Partnerschaft und die entsprechenden Richtlinien zu informieren. Die Aufzeichnung finden Sie hier.

b) Kontakt zu den Lead-Partnern

Wenn Sie Informationen zum Thema „Betreiberpartnerschaft“ aus erster Hand erhalten wollen, empfehlen wir den Kontakt zu den Lead-Partnern des Pilotprojekts „Betreiberplattform“ aufzunehmen. Im Gegensatz zur aktuellen europaweiten Ausschreibung werden die vier Partnerschaften nicht durch EU-Fördermittel unterstützt, sondern durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Dennoch stehen die deutschen Partner gerne für Rückfragen zu ihren bisherigen Erfahrungen im Rahmen einer internationalen Betreiberpartnerschaft zu Verfügung.

Lead-Partner im Projekt Betreiberplattform

Hamburg Wasser – Amman, Jordanien
Claudia Wendland: Claudia.wendland@hamburgwasser.de
 
Gelsenwasser- Kabwe, Sambia
Gesa Kutschera: Gesa.kutschera@gelsenwasser.de
 
Oldenburg Ostfriesischer Wasserverband – Marrakesch, Marokko
Tammo Jansen: t.janssen@oowv.de
 
Stadtentwässerung Dresden– Lviv, Ukraine
Willy Lenk: Willy.lenk@se-dresden.de

Über die Kooperation mit der AfWA

GWP ist 2019 eine Partnerschaft mit der African Water Association (AfWA) mit Namen “German African Partnership for Water and Sanitation” (GAPWAS) eingegangen. Mehr zu GAPWAS finden Sie hier.

AfWA vereinigt Organisationen, Unternehmen und Betreiber des Wasser-, Abwasser– und Umweltsektors in Afrika. Die AfWA entwickelt Programme und unterstützt Wissensaustausch im nachhaltigem Wassermanagement durch die Entwicklung und Professionalisierung von Netzwerken and Interessengruppen.

Mit Sitz in Abidjan, Elfenbeinküste, hat AfWA rund 130 Mitglieder in 43 Ländern. Im Rahmen der Verbandspartnerschaft „GAPWAS“ möchten wir deutsche Betreiber unterstützen, Wasserbetreiberpartnerschaften mit afrikanischen Betreibern einzugehen.