Eine aktive Mitarbeit ist der Schlüssel

Dr. Gerd Sagawe – Dr. Weber und Partner GmbH

Die deutsche Wasserwirtschaft bietet technologische Innovationen und Know-how, die das Potenzial haben, zur Verbesserung der Wasserver- und Abwasserentsorgung weltweit – und damit zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele – beizutragen. German Water Partnership bündelt die Expertise unterschiedlicher Stakeholder. Dr. Gerd Sagawe ist vielen GWP-Mitgliedern bereits sehr gut bekannt, nun ist er als selbstständiger Unternehmensberater in einer Partnerschaft mit Dr. Weber und Partner GmbH und wir haben mit Ihm über sein Engagement im GWP-Netzwerk und seine Erwartungen an die Zukunft gesprochen.

Dr.-Ing. Gerd Sagawe (c) Privat

Herr Dr. Sagawe, nun begrüßen wir Sie als selbstständigen Unternehmensberater in einer Partnerschaft mit Dr. Weber und Partner GmbH. Auf welche neuen Herausforderungen freuen Sie sich?

Eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung basiert auf einer marktgerechten Strategie und deren professioneller Umsetzung. Engagierte und kompetente Mitarbeitende, die den Bedarf von Kunden kennen, sind dabei in der Wasser- und Abwasserbranche einer der wertvollsten Erfolgsfaktoren. Mit 25 Jahren Branchenerfahrung als Mitglied der Geschäftsleitung oder in weiteren Führungspositionen sowie der damit verbundenen Praxisnähe kann ich meinen Kunden Expertise in Strategie-, Geschäfts- und Personalentwicklung sowie der Entwicklung von Unternehmenseinheiten und Teams bieten. Doch jedes Projekt ist eine neue Herausforderung. Darum freue ich mich, auf die Kompetenzen von Partnern der Dr. Weber & Partner GmbH bei Bedarf zugreifen zu können, die alle ebenfalls ihre Selbstständigkeit aus geschäftsführenden Positionen in unterschiedlichen Branchen heraus aufgenommen haben.

Was sind in Ihren Augen die drängendsten Herausforderungen des nationalen und internationalen Wassersektors?

Die aktuellen Krisen weltweit verdeutlichen uns, wie entscheidend die lokale Verfügbarkeit von Ressourcen wie Nahrungsmitteln, Wasser, Energie und Rohstoffen für unsere Existenz und das gesellschaftliche Wohlergehen ist. Die Herausforderung, immer mehr Kreisläufe für Wasser und Rohstoffe zu schließen und das mit möglichst wenig Energie, nimmt rasant zu. Deshalb haben viele Unternehmen bereits Nachhaltigkeitsstrategien in ihre oberste Unternehmensstrategie mit einbezogen, einerseits aus eigenem Verantwortungsbewusstsein, andererseits da immer mehr Kunden, Ratingagenturen oder Versicherer dies erwarten. Inzwischen begründen nicht mehr allein die gesetzlichen Vorschriften die Investition in Nachhaltigkeit und Wasseraufbereitung, auch wenn das oft die Hauptmotivation bleibt.

Uns limitiert weiterhin der Fachkräftemangel, oft aber auch Managementkapazitäten bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Damit wir – und nicht andere – die internationalen Herausforderungen auch lösen dürfen, müssen wir uns mehr um effektive Unternehmensentwicklung mit flexiblen und marktorientierten Teams kümmern. Ein gutes Beispiel dafür ist die Digitalisierung, bei der es in nächster Zeit auf praxistaugliche Anwendungen ankommen wird, die einen tatsächlichen Kundenmehrwert generieren. Wer hier Vorreiter ist kann sich im Wasser- und Abwassermarkt einen entscheidenden Vorsprung verschaffen. Auf der IFAT Munich vom 30. Mai– 03. Juni 2022 werden wir sicher einige interessante Praxisbeispiele sehen.

Was kann GWP als Verband der international tätigen deutschen Wasser- und Abwasserwirtschaft in diesem Kontext leisten?

German Water Partnership ist für mich das Netzwerk der führenden deutschen Experten, Unternehmer und Wissenschaftler, wenn es um internationale Herausforderungen im Bereich Wasser und Abwasser geht. Die internationalen Partnerschaften und Kontakte werden stetig erweitert. Wer sich bei GWP aktiv engagiert, kann diese enorme Kompetenz und den Erfahrungsschatz für seine Organisation und für sich nutzbar machen, aber es gibt kein Nehmen ohne Geben oder ohne aktive Mitarbeit. Darüber hinaus bündelt GWP die enormen Leistungen der Mitglieder und stellt Umwelttechnik „Made in Germany“ mit dem Image dar, das international so auch respektiert, erwartet und ebenso geschätzt wird.

Gründung des Arbeitskreises Industriewasserwirtschaft (c) GWP

Wie können Sie das Netzwerk in Ihrer neuen Funktion bereichern und was erwarten Sie von Ihrer weiteren Mitgliedschaft bei GWP?

Seit Gründung von GWP habe ich mich immer gerne für den Verein engagiert, am Anfang noch in der damals sogenannten Innovationsplattform. Die Gründung des Arbeitskreises Industriewasserwirtschaft kam aus der Motivation, in der Praxis etwas umzusetzen, beim Vorstandsengagement geht es um Impulse zur Weiterentwicklung des Vereins und der Wasserbranche. Die selbständige Unternehmensberatung liefert durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Unternehmen neue Aspekte und weitere Anregungen für diese Aufgaben. Der Blickwinkel auf Fragestellungen wird deutlich breiter. Durch die zunehmenden Kontakte verspreche ich mir auch einen Beitrag zur weiteren Mitgliedergewinnung und damit eine Bereicherung des GWP-Netzwerks.

Mit dem Industriewasserkompendium und dem weiterführenden Projekt Greendustrial Dialogues 2022, mit jeweils 2-tägigen Veranstaltungen in Indien und Ägypten zusammen mit lokalen Anwendern, ist GWP bereits auf dem richtigen Weg, den Zugang zu Anwender und potentiellen Kunden auszubauen – hier liegt noch weiteres Potential. Durch meine Selbstständigkeit erweitern sich die Kontakte auf Managementebene zunehmend und das Aufgabenspektrum ist erheblich größer als beim Arbeiten für ein einzelnes Unternehmen. Beides lässt sich sicher im Interesse von GWP und den Mitgliedern einbringen.

Auf die weitere Zusammenarbeit im GWP Netzwerk, im AK Industriewasserwirtschaft und im Vorstand freue ich mich.

Herzliche Grüße

Gerd Sagawe

 

Sie wollen Ihr Unternehmen ebenfalls in Form eines Interviews vorstellen? Dann kontaktieren Sie gerne Rebekka Neef.