Neu bei GWP | Smarte Lösungen für Wassertransport- und Verteilnetze von Alton Automation

Unser Interviewpartner: Ali Sobbouhi, Co-Founder & Commercial Manager von Alton Automation © Alton Automation

Herzlich willkommen im Netzwerk von German Water Partnership (GWP), Herr Sobbouhi! Welche Kernkompetenzen zeichnen die Alton Automation GmbH aus und welche Lösungen sowie Produkte bieten Sie für globale Wasserprobleme?

Die Alton Automation GmbH ist ein Technologieunternehmen im Bereich des Industrial Internet of Things (IIoT) mit Fokus auf intelligente Lösungen für den Betrieb von Wassertransport- und Verteilnetzen.

Unsere Kernkompetenz liegt in der Kombination von Mess- und Regeltechnik, Prozessautomatisierung und digitalen Technologien. Dadurch entwickeln wir praxisnahe, zuverlässige und leicht implementierbare Lösungen für bestehende Infrastrukturen.

Unser Hauptprodukt ist ein intelligenter Steuerungscontroller für Druckminderer („Smart Valve Controller“), der als Retrofit-Lösung auf bestehende Armaturen installiert wird. Er ermöglicht eine präzise Überwachung und Regelung von Druck und Durchfluss. Das Ziel ist es, Wasserverluste zu reduzieren, die Energieeffizienz zu steigern und die Stabilität von Versorgungsnetzen zu verbessern.

Ergänzend bieten wir integrierte Lösungen für die Automatisierung und Digitalisierung wasserwirtschaftlicher Infrastrukturen an. Diese umfassen die Datenerfassung und -übertragung, das Monitoring sowie die Umsetzung von Steuerungslogiken auf Netzwerk- und Anlagenebene.

Eine zentrale Herausforderung im Wassermanagement ist aus unserer Sicht die fehlende Echtzeittransparenz und intelligente Steuerung bestehender Netze. Genau hier setzen unsere Lösungen an – mit minimalem Eingriff in die bestehende Infrastruktur.

Welche Rolle spielt Wasser 4.0 auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft? Welche Ihrer Produkte oder Lösungen bieten aktuell das größte Potenzial für Effizienzsteigerungen und Ressourceneinsparungen?

Wasser 4.0 ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltigen Wasserwirtschaft. Erst durch datenbasierte Transparenz und Echtzeitsteuerung lassen sich Netze effizient betreiben und Verluste gezielt reduzieren.

IoT-basierte Lösungen schaffen die notwendige Datengrundlage, um fundierte Entscheidungen zu treffen und Prozesse zu optimieren.

Ein besonders großes Potenzial bietet unser Smart Valve Controller: Durch kontinuierliche Druckregelung reduziert er Leckagen, vermeidet hydraulische Belastungen und optimiert den Energieeinsatz. Dank seiner Retrofit-Fähigkeit lässt er sich wirtschaftlich und mit geringem Aufwand in bestehende Infrastrukturen integrieren.

Smart Valve Controller © Alton Automation

Können Sie konkrete Anwendungsbeispiele nennen, in denen Ihre Technologien bereits erfolgreich eingesetzt werden und zu einer nachhaltigeren Wasserversorgung beitragen?

Unsere Technologien sind bereits in mehreren Wasserversorgungsnetzen im Einsatz.

In einer Großstadt mit rund zwei Millionen Einwohner:innen wurden über 200 Einheiten unseres Steuerungssystems installiert. Durch die dynamische Druckregelung auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs konnte der Netzbetrieb deutlich stabilisiert werden.

Die Ergebnisse sind klar messbar:

  • Reduzierung des Non-Revenue Water um über 40 %
  • Rückgang von Rohrbrüchen und Anlagenschäden um mehr als 70 %

Parallel entwickeln wir unsere Systeme kontinuierlich weiter, etwa durch den Einsatz von KI und Virtual Sensing zur Erweiterung von Prognose- und Optimierungsfunktionen.

In welchen internationalen Märkten sehen Sie derzeit das größte Potenzial für den Einsatz Ihrer smarten Technologien?

Das größte Potenzial sehen wir derzeit in Regionen mit hohen Wasserverlusten und veralteter Infrastruktur – etwa im Nahen Osten, in Nordafrika, Süd- und Osteuropa, Südamerika sowie in Indien.

Gleichzeitig hat der deutsche Markt für uns eine strategische Bedeutung. Er dient als Referenz für die Weiterentwicklung unserer Technologien sowie den Aufbau belastbarer Anwendungsnachweise und die anschließende Skalierung unserer Aktivitäten in weiteren internationalen Märkten.

Grundsätzlich sind unsere Lösungen so konzipiert, dass sie sowohl in Märkten mit infrastrukturellen Herausforderungen als auch in hochentwickelten Systemen eingesetzt werden können.

Was sind aus Ihrer Sicht aktuell die größten Herausforderungen bei der Implementierung Ihrer Lösungen auf internationalen Märkten?

Die Implementierung intelligenter Lösungen ist international mit technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden.

Technisch erschweren heterogene Infrastrukturen und fehlende Daten die Planung und Umsetzung digitaler Lösungen. Organisatorisch besteht häufig eine gewisse Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien. Wirtschaftlich können Anfangsinvestitionen eine Hürde darstellen – trotz langfristiger Einsparpotenziale.

Wir begegnen diesen Herausforderungen mit retrofitfähigen Lösungen, Pilotprojekten und klar messbaren Ergebnissen, um Entscheidungsrisiken zu reduzieren.

Warum ist Alton Automation dem GWP-Netzwerk beigetreten und welche Ziele sowie Erwartungen verbinden Sie mit der Mitgliedschaft?

Der Beitritt zu GWP ist für uns ein wichtiger Schritt zur internationalen Weiterentwicklung und zur stärkeren Positionierung im deutschen Markt.

Das Netzwerk bietet eine wertvolle Plattform für den Ausbau internationaler Kontakte, die Teilnahme an Delegationsreisen sowie Messe- und Branchenformaten und das Gewinnen von Einblicken in aktuelle Innovationen und Standards der globalen Wasserwirtschaft.

Unser Ziel ist es, ein starkes Netzwerk entlang der gesamten Wasserwertschöpfungskette aufzubauen – von Betreibern über Anlagenbauer bis hin zu Technologie- und Systempartnern.

Gleichzeitig möchten wir unsere Erfahrungen in den Bereichen Druckmanagement, Wasserverlustreduktion und Digitalisierung aktiv einbringen.

In welchen Themenfeldern oder Formaten möchten Sie sich künftig besonders in die Arbeit von GWP einbringen?

Wir möchten uns insbesondere in den Bereichen Digitalisierung der Wasserwirtschaft, intelligentes Netzmanagement und Betriebsoptimierung engagieren.

Von besonderem Interesse sind für uns:

  • fachliche Arbeitsgruppen,
  • gemeinsame Forschungs- und Industrieprojekte
  • Formate zum Wissens- und Erfahrungsaustausch.

Auch internationale Veranstaltungen und Delegationsreisen sehen wir als eine wertvolle Möglichkeit, Kooperationen auszubauen und neue Geschäftspotenziale zu identifizieren.

Wo sehen Sie Potenzial in der Zusammenarbeit mit anderen GWP-Mitgliedern?

Wir sehen großes Potenzial entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasserwirtschaft.

Besonders relevant sind Kooperation mit:

  • Netzbetreibern zur Umsetzung von Pilot- und Betriebsprojekten,
  • Anlagenherstellern zur Integration unserer Lösungen in deren Systeme,
  • Produzenten von Regelarmaturen und Druckminderern zur Entwicklung gemeinsamer Lösungen,
  • Systemintegratoren sowie Anbietern von SCADA- und Energiemanagementsystemen für die Entwicklung integrierter und anschlussfähiger Lösungen.

Auch die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen ist für uns wichtig, insbesondere zur Weiterentwicklung und Validierung unserer Technologien.

Erste Kooperationen innerhalb des Netzwerks bestehen bereits, unter anderem mit der FlowChief GmbH sowie dem IWW Institut für Wissen in der Wirtschaft, einem Forschungsinstitut im Wassersektor was die Effektivität des Netzwerks für den Aufbau nachhaltiger Partnerschaften unterstreicht.

Unser Ziel sind langfristige Partnerschaften und gemeinsamen Lösungen mit klarem Mehrwert für die Endkund:innen.

 

Über die Alton Automation GmbH

Die Alton Automation GmbH ist ein in Deutschland ansässiges Technologieunternehmen, das sich auf intelligente Wasserinfrastruktur und Industrie 4.0-Lösungen spezialisiert hat. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im Ingenieurwesen liefern wir innovative Produkte für ein nachhaltiges und effizientes Wassermanagement.

Weitere Informationen: www.altonautomation.de