Vom 16. bis 20. Juni 2025 fand im Rahmen des Verbundprojekts Wasseraufbereitung und Abwasserwirtschaft in Côte d’Ivoire eine Markterkundungsreise nach Abidjan statt. Die Reise wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) durch die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Côte d’Ivoire gemeinsam mit German Water Partnership (GWP) organisiert. Sie ist Teil des Markterschließungsprogramms für KMU sowie der Exportinitiative Umwelttechnologien.
Ziel der Reise war es, deutschen Unternehmen einen vertieften Einblick in die wasser- und abwasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes zu geben und konkrete Geschäftschancen zu identifizieren.


Programm-Highlights
- Austausch mit dem Umweltbeauftragten des ivorischen Präsidenten
- Briefing durch das Ministerium für Wasser, Abwasser und Hygiene (MINHAS)
- Firmenspezifische Marktinformationen
- Fachkonferenz zu Geschäftsmöglichkeiten und Finanzierungsfragen
- B2B-Meetings mit Akteuren der Lebensmittelverarbeitung
- Austausch mit lokalen Banken und Entwicklungsfinanzierern
Industriewasserbehandlung rückt in den Fokus
Ein besonderer Fokus lag auf dem lebensmittelverarbeitenden Sektor, da dieser zunehmend unter Druck steht, gesetzliche Umweltauflagen zu erfüllen. Die bestehenden Umweltgesetze schreiben grundsätzlich eine Behandlung industrieller und häuslicher Abwässer vor, einschließlich Grenzwerten für biochemischen Sauerstoffbedarf (BOD), chemischen Sauerstoffbedarf (COD) und mikrobiologische Parameter. In der Praxis mangelt es jedoch häufig an technischer Umsetzung, Kontrollen und Finanzierung.
Prof. Bernard Yapo, Direktor der Umweltaufsichtsbehörde CIAPOL, machte deutlich: Die Überwachung wurde intensiviert, und die Zahl an Betriebsstilllegungen sowie Strafzahlungen wegen Verstößen nimmt zu. Dadurch wächst der Investitionsdruck auf die ivorische Industrie, insbesondere auf Unternehmen mit Exportorientierung.

Dies spiegelte sich auch in den Beiträgen der Industrievertreter während der Fachkonferenz am 17. Juni wider: Es besteht ein konkreter Bedarf an internationaler Expertise und technischer Lösungskompetenz – insbesondere im Bereich der Abwasserbehandlung.
Finanzierung bleibt Herausforderung – aber Lösungen sind da
Ein zentrales Thema der Gespräche war die Finanzierung umwelttechnischer Projekte. Vertreter von Commerzbank (Thierno Souleymane Diallo) und der African Development Bank (Bocar Cissé) bestätigten die hohe Nachfrage nach geeigneten Finanzierungsmodellen. Entwicklungsbanken und Kreditinstitutionen bieten zunehmend Programme für Pilotprojekte und skalierbare Umweltlösungen an.
Auch die deutsche Bundesregierung unterstützt aktiv: Im Rahmen des Wirtschaftsnetzwerks Afrika steht mit Branchenexperte Christ Herbert Koffi ein erfahrener Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Zudem können Beratungsgutscheine Afrika von KMU für Markteintritte beantragt werden. GTAI-Experte Dr. Fausi Najjar begleitete die Delegation und stellte umfassende Informationen zu wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung.
Die Delegation wurde zudem bei mehreren Programmpunkten durch Mathias Klein, stellvertretender Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, begleitet. Auch die Deutsche Botschaft in Abidjan unterstützt interessierte Unternehmen beim Markteintritt.
Ein besonderer Dank gilt Natalie Kolbe, Delegierte der Deutschen Wirtschaft in Côte d’Ivoire, und ihrem Team für die hervorragende Organisation und Betreuung vor Ort.

Wie geht es weiter?
GWP-Webinarreihe mit Branchenexperte
Ab August 2025 startet GWP eine monatliche Webinarreihe mit dem Afrika-Branchenexperten Christ Herbert Koffi. Mitglieder erhalten Einblicke in aktuelle Geschäftsmöglichkeiten und können in den direkten Austausch treten. Weitere Informationen folgen in Kürze auf der GWP-Veranstaltungsseite.
Leistungsschau in Abidjan (1.–6. Dezember 2025)
Als Fortsetzung der Markterkundung haben interessierte Unternehmen die Möglichkeit, sich vom 1. bis 6. Dezember 2025 im Rahmen einer Leistungsschau in Abidjan zu präsentieren. Ziel ist es, deutsche Umwelttechnologien sichtbar zu machen und direkte Geschäftskontakte vor Ort zu fördern.
Sie möchten sich weiter informieren?
Aktuelle Meldungen und Veranstaltungen zu den GWP-Aktivitäten in Afrika finden Sie auf der Webseite des Regionalforums Afrika. Für weiterführende Informationen zum Verbundprojekt Wasseraufbereitung und Abwasserwirtschaft in Côte d’Ivoire sowie zu Marktzugangsangeboten in Côte d’Ivoire wenden Sie sich gerne direkt an GWP-Referentin Marie-Louise Chagnaud.
