Sponge Cities: Regenwassermanagement der Zukunft?

GWP-Mitglieder diskutieren mögliche Maßnahmen

Die Gefahr, die von durch Starkregen verursachten Überschwemmungen ausgeht, ist in den letzten Wochen greifbarer denn je geworden. Als unmittelbare Folge des Klimawandels sind solche Ereignisse zukünftig kaum mehr abwendbar und womöglich in noch stärkerer Intensität bzw. Häufigkeit zu erwarten. Welche Möglichkeiten und Technologien zur Prävention gibt es bereits? Was kann die deutsche Wasserwirtschaft leisten und wie kann der internationale Austausch hierbei unterstützen? „Let’s sponge!“ war der Aufruf, dem insgesamt 16 TeilnehmerInnen zur Sondersitzung des Regionalforums Indien am 15. Juli gefolgt sind.

Ursprünglich im Rahmen des Regionalforum Indiens thematisiert, wurden in dieser Sondersitzung u.a. Modellprojekte in China (Prof. Martin Wagner, TU Darmstadt) und Indien (Sanchita Khandelwal, aqua&waste GmbH) vorgestellt. Im asiatischen Raum gibt es bereits verschiedene Erfolgsmodelle, wohin sich ein Blick – auch für deutsche Unternehmen – lohnt. Angeli Büttner (Water Solutions International e.V.) und Prof. Peter Hartwig (aqua&waste GmbH) gaben Hintergrundwissen und stellten Schwamm-Projekte im deutschen urbanen Raum vor. Auch Technologien wurden diskutiert: Ashok Srinivasan (Nivus GmbH) teilte die Erfahrungen eines Messgeräteherstellers im Wassermanagement.

Urbane Modelle zur Prävention von Flutgefahren

Die verstärkte Verstädterung und Besiedlung tragen dazu bei, dass es in urbanen Räumen zunehmend befestigte Flächen gibt, welche für Wasser undurchlässig sind. Starkregenfälle können von Drainage und Abwasserkanalisation nicht mehr aufgefangen werden, was zu Überschwemmungen führt. Verschmutzt unter anderem durch Reifenabrieb, der sich auf den Straßen sammelt, kommt dieses Wasser dann ungeklärt in Flüsse und Seen. Intensität und Frequenz der Regenfälle in urbanen Gebieten steigen an und es gibt, wie zuletzt gezeigt, erhöhte Überflutungsgefahren.

Sponge Cities können diese Risiken minimieren, wie schon umgesetzt in China, Singapur, aber auch in Berliner Bauprojekten bspw. an der Rummelsburger Bucht. Die Grundidee einer Sponge City ist die der Wasserspeicherung, Entsiegelung & Entkopplung sowie Versickerung und Verdunstung. Für die Regenwassernutzung gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie beispielsweise zur Bewässerung, für spezielle industrielle Prozesse, für die Reinigung etc. Dabei hat die urbane Landschaftsplanung eine zentrale Rolle inne.

Integrierte Wasserinfrastruktur notwendig

Bei der Frage nach der Zukunft des urbanen Wassermanagement im internationalen Kontext steht fest, dass dieses diverser, flexibler und kontinuierlich an die sich verändernden Bedingungen angepasst sein muss. Nachhaltige Lösungen wie Sponge Cities können dazu beitragen, Überflutungssituationen zu minimieren. Die Wiederverwendung von Abwasser sowie eine angepasste Infrastruktur tragen ihr Übrigens dazu bei. Neben Sponge Cities ist eine insgesamt flexiblere und integrierte Wasserinfrastruktur notwendig.

Einigkeit herrschte in der Sitzung darüber, dass das Thema Sponge City von höchster Relevanz ist und auch zukünftig von GWP-Mitgliedern behandelt werden soll – in welcher Form ist derzeit noch offen. In jedem Fall soll der Austausch, auch auf internationaler Ebene weiter vorangebracht werden. Sind Sie und Ihr Unternehmen an einer Beteiligung zu dem Thema Sponge Cities interessiert? Setzen Sie sich gern mit GWP-Geschäftsstellenmitarbeiterin Hanna Sand in Verbindung. Die Präsentationen der Sitzung können sich GWP-Mitglieder im Mitgliederbereich nach Log-In hier herunterladen.