
Mehr als 30 Teilnehmende zog die Frage nach der Zukunft des Wassersektors in Afrika am 11.04. zur 43. Sitzung des Regionalforums Afrikas zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) nach Eschborn. GWP-Mitglieder kamen hier und im virtuellen Raum in Dialog mit der GIZ und der African Water and Sanitation Association (AfWASA), um zu diskutieren, wie sich sektorübergreifendes privat-öffentliches Engagement im afrikanischen Wassersektor gestalten lässt. Bezeichnend für den bereichsübergreifenden Ansatz war, dass die Gäste aus den Reihen der GWP sowohl aus Forschungsinstituten, Consulting, Unternehmen als auch kommunalen Betreibern kamen.
Austausch und Partnerschaft mit der GIZ – privat-öffentliche Kooperationen

Vor diesem Hintergrund stellte Barbara Gerhager, GIZ das GIZ-Portfolio im Wasserbereich in Afrika vor. In der Diskussion wurde deutlich, dass GIZ und GWP-Mitglieder in zahlreichen Regionen in Afrika präsent sind und sich daraus auch neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben können. Gemeinsam mit dem Leiter des AK Betrieb und Bildung, Willy Lenk, SE Dresden, stellte Heiko Heidemann, GIZ, das Pilotvorhaben der Betreiberplattform vor. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und bringt kommunale Betreiber aus Deutschland mit afrikanischen Betreibern zusammen. Schließlich präsentierte Hans-Werner Theisen, GIZ, das BMZ-finanzierte Förderprogramm develoPPP, das darauf zielt betriebswirtschaftliches Interesse und entwicklungspolitischen Nutzen zu kombinieren, sowie das Programm Invest for Jobs. Als Referenz wurde ein Projekt von GWP-Mitglied Hermann Sewerin GmbH mit Jugendlichen in Ghana genannt. Auch weitere GWP-Mitglieder waren bislang an diesen Projekten beteiligt. Allerdings stellen diese Formate aus Sicht der vielen KMUs im GWP-Netzwerk keine ausreichende Förderung dar. Viele Unternehmen engagieren sich unterhalb des Projektfördervolumens und wünschen sich auch hier unbürokratischen Zugang zu politischer Förderung mit Unterstützung durch die GIZ. Der Austausch wies vor allem die Möglichkeiten für ein künftiges partnerschaftliches Handeln zwischen Wasser- und Abwassersektor einerseits und Bundesregierung und GIZ andererseits aus. GIZ und GWP wollen künftig den Austausch verstärken. Gelegenheit dafür bietet sich auf der IFAT 2024: GWP wird die GIZ-Delegationen aus Afrika und der Welt am GWP-Gemeinschaftsstand empfangen. Kommen auch Sie vorbei und nehmen Sie an unserem Programm teil!
Unter dem Thema „Global Water Responsibility – Gemeinsam für die globale Wasserwende“ wollen wir auf der diesjährigen Jahreskonferenz von GWP am 3. Juli 2024 die Diskussion fortführen. Dort wird es unter anderem eine Themensession „(Öffentliche) Mittel zum Zweck – Entwicklungszusammenarbeit als nationaler Wachstumsimpuls?“ geben. Melden Sie sich jetzt hier an!
Kooperations- und Vernetzungsprojekte von GWP bieten viele Anknüpfungspunkte für die GIZ

Vor dem Kontext partnerschaftlicher Zusammenarbeit wurde auch die Verbandspartnerschaft zwischen der AfWASA und GWP hervorgehoben. Der Wunsch einer engen Zusammenarbeit der beiden Verbände wurde von François Olivier Gosso, seit Januar 2024 Geschäftsführer der AfWASA, bekräftigt, der aus Abidjan zugeschaltet war. Gosso blickt in die Zukunft und freut sich auf die Weiterentwicklung der erfolgreichen Kooperation in den Projekten wie AGTIWAS und GAPWAS. Die Themen für den mittlerweile etablierten Expertenaustausch ASK-THE-EXPERTS für das Jahr 2024 wurden vorgestellt. Mitglieder von GWP und AfWASA widmen sich Themen wie Climate Resilience for Water Supply Services, Storm Water Management, Water Quality, Waste Water and Faecal Sludge Management, Small Municipal Water Supply Systems. Wenn Sie einen Beitrag zu einem dieser Themen vorschlagen möchten, wenden Sie sich gerne an uns.
Auch die GWP-Beteiligung am Transfer- und Vernetzungsprojekt WASANet innerhalb des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Programms „Wassersicherheit in Afrika WASA“ kam zur Sprache: Hier bieten sich künftig weitere Möglichkeiten, den Austausch und die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu stärken. Vertreten war das Programm durch den Leiter des Projekts beim Projektträger Karlsruhe, Dr. Leif Wolf. Anfang Mai werden sieben Verbundprojekte im Programm beginnen. GWP ist mit seinem Netzwerk in Deutschland und Afrika an WASANet beteiligt. Hier eröffnen sich auch für die Afrikanische Akademie für Wasser – und Abwasser (AWASA) aus dem AGTIWAS Projekt viele Anknüpfungspunkte.
Adrian Letzner von LETZTEST stellte sein mobiles Wasserlabor vor, das in der AWASA künftig im Senegal und in Ruanda zum Einsatz kommen wird. Auch in Usbekistan wird künftig ein solches Wasserlabor im Rahmen eines GIZ-Projektes eingesetzt werden.
GWP und das Regionalforum Afrika begrüßen auf der IFAT 2024 mehrere afrikanische Delegationen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch mit den Partnern. Kommen Sie zum GWP-Gemeinschaftsstand in Halle B2, Stand 227/326. Und schauen Sie in das Veranstaltungsprogramm – Von 13. bis 15. Mai gibt es zahlreiche spannende Programmpunkte mit Schwerpunkt Afrika.
Die nächste Sitzung des Forums findet voraussichtlich Anfang Oktober statt.
Bei Interesse an den kommenden Veranstaltungen und Aktivitäten des Regionalforums Afrika können Sie sich gerne an Marie-Louise Chagnaud von der GWP-Geschäftsstelle wenden.
