Regionalforum EECCA
Roundtable in der kasachischen Botschaft Berlin: Partnerschaften für den Wassermarkt in Kasachstan

Am 11. November 2025 fand in der Botschaft der Republik Kasachstan in Berlin ein hochrangig besetzter Roundtable zur Wasserwirtschaft statt. Neben Vertreter:innen der Botschaft und des kasachischen Ministeriums für Wasserressourcen und Bewässerung nahmen zahlreiche deutsche wie internationale Institutionen teil, darunter das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die United Nations Industrial Development Organization (UNIDO), das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) sowie mehrere Mitgliedsunternehmen von German Water Partnership (GWP).
Einleitend wurde die Initiative „Green Central Asia“ sowie der geplante nationale Umweltgipfel Zentralasiens unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen vorgestellt, der im April 2026 stattfinden soll. Kasachstan und Deutschland planen hierzu ein gemeinsames Side Event.
Deutlich wurde: Kasachstans Wasserinfrastruktur ist größtenteils modernisierungsbedürftig. Viele Anlagen weisen bereits heute 50 bis 80 % Verschleiß auf. Gleichzeitig steigt der Bedarf – allein im Bereich der Wasserzählung werden rund 26.000 Einheiten benötigt. Investitionen sollen künftig stärker über Tarife abgesichert werden, wobei Effizienzsteigerungen, Automatisierung und digitale Lösungen im Vordergrund stehen. Der Finanzierungsbedarf beläuft sich auf rund 8,1 Milliarden US-Dollar für sieben prioritäre Anlagen. Kasachische Vertreter:innen berichteten von laufenden Kooperationen mit der KfW, der Weltbank sowie europäischen Partnern. Für Modernisierungsprojekte stehen laut Weltbank Zusagen von mehr als 3 Milliarden US-Dollar bereit, die über Ausschreibungen gemeinsam mit deutschen und kasachischen Partnern umgesetzt werden sollen.
Im fachlichen Austausch präsentierten deutsche Unternehmen ihre Lösungen für den kasachischen Wassersektor, darunter:
- Automatisierung, KI und Fernsteuerung von Versorgungsnetzen
- Hochwassermanagement auf Basis von Vorhersagemodellen
- Asset Management, Effizienzsteigerung und Klimaanpassungsstrategien für Städte
- Moderne Desinfektions- und Chlorierungsanlagen inklusive Analytik und Dosiersteuerung
- Energieeffiziente und robuste Abwasserreinigungssysteme
- Technologien zur Wasserspeicherung und Bedarfsoptimierung
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) zwischen GWP-Geschäftsführer Boris Greifeneder und KazCentr, mit dem Ziel, den fachlichen sowie technologischen Austausch zwischen der deutschen und kasachischen Wasserwirtschaft zu vertiefen und den Wassersektor aus Deutschland auszurüsten.
Der Roundtable verdeutlichte wie entscheidend gemeinsame Ansätze angesichts des steigenden Wasserbedarfs und der wachsenden Klimarisiken in Zentralasien sind und zeigte konkrete Potenziale für langfristige deutsch-kasachische Partnerschaften und kommerzielle Projekte im Wassersektor auf.
Regionalforum Naher Osten
Kooperationspotenziale, Portfolioeinblicke und Jahresausblick 2026

Am 13. November 2025 waren die Mitglieder des Regionalforums Naher Osten zu Gast bei der Roediger Vacuum GmbH in Hanau. Im Mittelpunkt der 6. Sitzung standen Ausblicke auf anstehende Messen im kommenden Jahr – insbesondere auf die IFAT Saudi Arabia, die erstmals im Januar 2026 in Riad stattfinden wird – sowie neue Kooperationsmöglichkeiten und Portfolioeinblicke. Dr. Yasmine Souissi, die live aus dem Oman zugeschaltet war, stellte Partnerschaftspotenziale zwischen der German University of Technology in Oman (GUtech) und deutschen Instituten sowie Unternehmen vor. Anschließend präsentierte Vivien Zwiener das Portfolio von GWP-Neumitglied SKion Water GmbH sowie Projekte in der Region. Abschließend gab Dr.-Ing. Hans-Werner Theisen einen umfangreichen Überblick über das Wasser-Portfolio der GIZ in der MENA-Region, inklusive Einblicke in die Wassermärkte Jordanien, Irak und Ägypten.
Regionalforum Afrika
Afrikas wachsende Wassermärkte: Fokusländer 2026
Afrika bleibt für viele Unternehmen im Netzwerk ein herausfordernder Markt mit Blick auf den Marktzugang. Gleichzeitig machen das starke Bevölkerungswachstum, die fortschreitende Urbanisierung und klimawandelbedingte Belastungen den Kontinent zu einem aufstrebenden und für die deutsche Wasserwirtschaft hochinteressanten Zielmarkt. Das große Interesse zahlreicher neuer Mitglieder, die am 19. November 2025 erstmals am Austausch im Regionalforum Afrika teilgenommen haben, belegt diese Dynamik.
Im Rückblick auf 2025 zogen die Mitgliedsunternehmen eine positive Bilanz: Ein gemeinsamer Auftritt unter der GWP-Dachmarke erhöht die Sichtbarkeit der einzelnen Firmen deutlich.
Auch für 2026 plant das Regionalforum bereits eine Reihe an Aktivitäten sowohl in Deutschland als auch auf dem afrikanischen Kontinent. Das Angebot der Delegation der deutschen Wirtschaft für das frankophone Afrika, im Rahmen des AfWASA-Kongresses in Kamerun einen deutschen Gemeinschaftsstand zu organisieren, stieß bereits auf großes Interesse. Zudem erwartet das Regionalforum mehrere afrikanische Delegationen auf der IFAT Munich im Mai 2026.
In Westafrika steht Côte d’Ivoire weiterhin im besonderen Fokus und die Delegation der deutschen Wirtschaft unter der Leitung von Natalie Kolbe als zentrale Anlauf- und Beratungsstelle mit neuen Dienstleistungen bereit. In Ostafrika sind laut Belete Matube (WILO East Africa) mehrere Länder besonders relevant für den Wassersektor: Neben Kenia rücken insbesondere Äthiopien, Tansania und Uganda in den Fokus. Dort führen hohes Wirtschaftswachstum und steigende Investitionen zu wachsenden Chancen für Unternehmen. Auch in Südafrika eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten zur Vernetzung – etwa über laufende Projekte wie die Betreiberpartnerschaften sowie das BMFTR-Forschungsprogramm „Wassersicherheit in Afrika (WASA)“.
