Um globale Problemstellungen zu lösen, bedarf es internationaler Zusammenarbeit – das gilt auch für den Bereich Industriewasser. Das Industriewasserkompendium (IWK), entstanden aus der Kooperation zwischen GWP und GIZ als Beitrag zum GIZ-Globalvorhaben als Teil der „Exportinitiative Umwelttechnologien“ des BMU soll als Ratgeber für EntscheidungsträgerInnen in diesem Sektor fungieren. Bei den internationalen Online-Workshops am 10. November mit ca. 80 Teilnehmenden wurde GWP-Mitgliedern und BranchenvertreterInnen eine erste Übersicht des Kompendiums präsentiert. Durch Austausch von Erfahrungswerten und Erkenntnissen und durch gemeinsames Lernen sollen nachhaltige und langfristige Lösungsansätze im Feld Industriewasser erarbeitet werden.
Ein Ziel, viele Perspektiven
Die Abschluss-Workshops wurden eingeleitet durch Grußworte von Ministerialrat Thomas Stratenwerth (BMU) und Markus Lücke (GIZ). Weitere einführende Worte kamen von Prof. Dr. Sven-Uwe Geißen (TU Berlin) und Dr.-Ing. Gerd Sagawe (EnviroChemie GmbH), die auch durch das Programm führten. Anschließend folgte eine Zusammenfassung der Erkenntnisse durch Dr.-Ing. Thérèse Krahnstöver (Isle Utilities für GWP).
In der Präsentation der Ergebnisse wurden die regionalen Besonderheiten der ausgewählten Länder betont, welche repräsentativ für die Wasserprobleme verschiedener Gebiete stehen: Während sich Indien beispielsweise parallel mit knappen Wasserressourcen und strenger werdenden Regulierungen konfrontiert sieht, müssen Länder in der MENA-Region sich mit den Folgen auseinandersetzen, die Wasserknappheit für die Lebensmittel- und Textilindustrie bedeutet. Genau diese multiperspektivische Betrachtung, so Dr. Gerd Sagawe, sei, was das IWK hervorstelle: „Das Industriewasserkompendium thematisiert nicht nur unterschiedliche Branchen. Es berücksichtigt zugleich die länderspezifischen Voraussetzungen und Möglichkeiten, durch welche die Branchen auch im internationalen Kontext definiert werden.“
Nach der Zusammenfassung der Erkenntnisse stellten die beteiligten Unternehmen in kurzen Präsentationen ihre Case-Studies aus Indien, bzw. der MENA-Region vor und teilten ihre Erfahrungswerte mit den Anwesenden.
Im Online-Workshop Indien stellten VertreterInnen der Firmen Huber SE, i+m GmbH & Co. KG, Jäger Umwelttechnik-GmbH sowie REMONDIS Aqua Industrie GmbH & Co. KG eigene Case-Studies vor.
Bei der Veranstaltung für die MENA-Region präsentierten sich VertreterInnen von EnviroChemie GmbH, MANN + HUMMEL Water & Fluid Solutions GmbH, Lanxess Deutschland GmbH sowie PWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH.
Die thematischen Schwerpunkte der Vorträge reichten von Abwasseraufbereitungsanlagen in Casablanca über die Behandlung von Abwasser von Olivenfabriken, bis hin zum Abwassermanagement im Textil- und Pharmaziesektor in Indien. Über die Führung branchenspezifischer Diskussionen hinaus wurden auch Erfahrungswerte zur Projektumsetzung in den einzelnen Ländern ausgetauscht.
Die Online-Workshops und das große Interesse der EntscheidungsträgerInnen aus Indien bzw. den MENA-Ländern an den Case-Studies deutscher Unternehmen setzten einen gelungenen Schlusspunkt hinter die Arbeit am Industriewasserkompendium. Die vorgestellten Inhalte bilden jedoch nur einen Teil der tiefgreifenden Einblicke ab, die das Industriewasserkompendium vermittelt. Dieses bietet Informationen zu zehn unterschiedlichen Branchenbereichen, gespickt mit Hintergrundwissen, länderspezifischen Fakten sowie Case-Studies verschiedener Unternehmen.
Das Industriewasserkompendium entstand unter der Federführung des Arbeitskreises Industriewasserwirtschaft in Zusammenarbeit mit den Regionalforen Indien sowie Nordafrika und Jordanien und dem Arbeitskreis Innovation und Wissenschaftskooperation. Es steht in englischer Version auf der GWP-Website zum Download zur Verfügung.
In Kürze wird das Kompendium auch auf Deutsch, Französisch sowie Arabisch verfügbar sein.
Bei Fragen zum Industriewasserkompendium wenden Sie bitte sich an Markus Winter von der GWP-Geschäftsstelle.
