Kamerunische Delegation aus Douala stellt GWP und AfWASA Lehrmaterial zur Verfügung

Joseph Espoir Biyon (6. stellv. Bürgermeister, Douala 5), Richard Mfeungwang (Bürgermeister Douala 5) und Boris Greifeneder (Geschäftsführer GWP) beim Besuch der Delegation aus Kamerun © GWP.

German Water Partnership e.V. (GWP) durfte am 18. April 2024 eine Delegation aus dem Stadtbezirk 5 der kamerunischen Stadt Douala in seiner Geschäftsstelle willkommen heißen. Im Verbund mit Universitäten und NGOs hatte die Stadtverwaltung von Douala 5 am INTEWAR-Projekt zu Katastrophenschutz und Notwasser in Kamerun mitgearbeitet. An der Delegation nahmen unter anderem der Bürgermeister der Stadt Richard Mfeuwang sowie der Generaldirektor der Städtischen Agentur für Wasser Veumo Dieudonné teil. Höhepunkt des Delegationsbesuchs war die Übergabe von Schulungsmaterialien an GWP-Geschäftsführer Boris Greifeneder und den Programmdirektor der African Water and Sanitation Association (AfWASA) Dr. Siméon Kenfack, der virtuell aus Abidjan zugeschaltet war. Das Treffen wurde von der kamerunischen Botschaft in Berlin unterstützt und vom Ersten Botschaftsrat Patrick Endezoumou begleitet.

Notfallwasserkonzept und sauberes Trinkwasser in Kamerun – Das Forschungsprojekt INTEWAR

Wie viele andere Länder Afrikas ist auch Kamerun immer wieder schweren Fluten und Überschwemmungen ausgesetzt. Diese werden durch den Klimawandel verstärkt. Für die Bevölkerung haben diese Extremwetterereignisse verheerende Folgen:

Bürgermeister Richard Mfeungwang bei INTEWAR-Projektaktivitäten © FiW.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist häufig nicht sichergestellt, weil dieses während der Überschwemmungen durch Abwasser verunreinigt ist. Dies führt zu einer Zunahme von Gesundheitsrisiken durch wasserbedingte Krankheiten wie beispielsweise Cholera. Aus diesem Grund haben sich die Projektpartner von „INTEWAR – Innovative Technologien zur Eindämmung wasserassoziierter Krankheiten“, zu denen neben der Stadtverwaltung Douala 5 unter anderem GWP-Mitglied Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen e.V. (FiW) gehört, zum Ziel gesetzt, ein Notfallwasserkonzept mit einer dezentralen Trinkwasserbereitstellung zu entwickeln. Das Projekt wurde in drei Pilotregionen, der Hauptstadt Youandé, der Siedlung Soa und der Hafenstadt Douala 5, durchgeführt.  Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Richtlinie „IKARIM – Internationales Katastrophen- und Risikomanagement“ im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung gefördert.

Richard Mfeungwang (Bürgermeister Douala 5) und Dr.-Ing. Manuel Krauß (FiW) überreichen Boris Greifeneder (GWP) die Schulungsmaterialien © GWP.

Überreichung von Schulungsmaterialien für die AfWASA

Das Projekt und seine Ergebnisse wurden beim Delegationsbesuch von Dr.-Ing. Manuel Krauß, der Bereichsleitung für Internationale Zusammenarbeit am FiW, Forumsleiter des Regionalforums Afrika und  stellvertretender Forumsleiter des Regionalforums Lateinamerika bei GWP, vorgestellt. Die im Zuge von INTEWAR erarbeiten Lehrmaterialien zum Thema Katastrophenschutz und Notwasserversorgung wurden in einem feierlichen Akt durch Bürgermeister Mfeuwang an GWP-Geschäftsführer Greifeneder übergeben, um diese der African Water and Sanitation Academy (AWASA) zur Verfügung zu stellen. Die AWASA wird ihm Rahmen des PartnerAfrika-Projekts African-German Training Initiative for Water and Sanitation (AGTIWAS) zwischen GWP und AfWASA aufgebaut.  Das Projekt wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch die sequa gGmbH gefördert.

Panafrikanische Partnerschaft und Wissenstransfer zur Gewährleistung der Wasserversorgung

Die kamerunische Delegation aus Douala 5 hat bewiesen, dass auch nach Projektabschluss weiterhin enge Kontakte zwischen den internationalen Projektpartnern bestehen. Die Bereitschaft, die Erkenntnisse und Schulungsmaterialien des Projekts der AfWASA für den Aufbau der Akademie zur Verfügung zu stellen, ist vor dem Hintergrund drängender Probleme der Wasserversorgung ein inspirierendes Beispiel für partnerschaftliche Zusammenarbeit und gelungenen Wissenstransfer.