German Water Partnership auf der Hamburg Sustainability Conference 2026: Wasser als strategischer Faktor für wirtschaftliche Entwicklung
Mit einer eigenen Session zum „Water–Growth Nexus: Sustaining Industrial Development in a Thirsty World“ setzte German Water Partnership (GWP) auf der Hamburg Sustainability Conference 2026 einen weiteren Impuls für eine wirtschaftspolitische Perspektive auf Wasser. Gemeinsam mit internationalen Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Entwicklungsfinanzierung und Wasserwirtschaft diskutierte GWP am 29. und 30. Juni in Hamburg, warum Wasser zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für Investitionen, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum wird.
Die Hamburg Sustainability Conference (HSC) hat sich in den vergangenen drei Jahren als internationale Plattform etabliert, auf der Regierungen, internationale Organisationen, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam Lösungsansätze für die globalen Nachhaltigkeitsziele entwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Partnerschaften und politische Impulse, um nachhaltige Entwicklung, wirtschaftliche Transformation und internationale Zusammenarbeit voranzubringen. Dass Wasser auch 2026 einen Platz im offiziellen Konferenzprogramm einnahm, unterstreicht seine wachsende Bedeutung als wirtschafts- und geopolitisches Zukunftsthema.
Wasser als Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor
Unter der Moderation von Katie Gallus diskutierten Georg Weber (CTO, Wilo Group), Valerie Hickey (Director Environment, World Bank Group) und Vidiya Amrit Khan (Vice President, Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association – BGMEA) über die wirtschaftlichen Folgen zunehmenden Wasserstresses und die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige industrielle Entwicklung.
Bereits zu Beginn der Session setzte Kuanysh Uzbekov, HSC Youth Ambassador des Youth Parliament of Kazakhstan, mit einer interaktiven Einbindung des Publikums den thematischen Rahmen. Sein Impuls richtete den Blick auf eine zentrale Frage der kommenden Jahre: Wie stark wird die Verfügbarkeit von Wasser künftig darüber entscheiden, wo investiert, produziert und wirtschaftliches Wachstum ermöglicht werden kann?
Im Verlauf der Diskussion rückte vor allem die Erkenntnis in den Mittelpunkt, dass Wasser in wirtschafts- und industriepolitischen Debatten noch immer zu selten als strategischer Produktions- und Standortfaktor betrachtet wird – obwohl Wasserverfügbarkeit Investitionsentscheidungen, industrielle Produktion und globale Lieferketten bereits heute maßgeblich beeinflusst.
Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass viele Lösungsansätze bereits verfügbar sind. Innovative Technologien, effizientere Wassernutzung und zirkuläre Konzepte können einen wesentlichen Beitrag leisten. Ebenso wurde herausgestellt, dass technologische Innovationen nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie wirtschaftlich tragfähig sind und durch geeignete politische Rahmenbedingungen sowie Investitionen unterstützt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle wasserintensiver Industrien. Am Beispiel der Textilindustrie wurde aufgezeigt, dass bereits vergleichsweise kleine Veränderungen entlang der Wertschöpfungskette erhebliche Einsparpotenziale erschließen können. Zugleich wurde betont, dass Unternehmen, Politik, Entwicklungsfinanzierung und internationale Organisationen gemeinsam daran arbeiten müssen, Wasser stärker als strategische Ressource für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu verankern.
Die Session machte insgesamt deutlich: Unabhängig vom Entwicklungsstand einer Volkswirtschaft entwickelt sich Wasser zunehmend zu einem Wettbewerbs- und Standortfaktor. Umso wichtiger ist es, Wasser künftig systematisch in wirtschafts-, industrie- und entwicklungspolitische Strategien einzubeziehen.
Dialog mit internationalen Entscheidungsträgern
Die Hamburg Sustainability Conference bot GWP darüber hinaus eine wichtige Plattform, um den Austausch mit internationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Politik, Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft fortzuführen und neue Kooperationen anzustoßen.
Im Mittelpunkt stand unter anderem das Gespräch mit H.E. Abdulla Ahmed Balalaa, Assistant Minister of Foreign Affairs for Energy and Sustainability der Vereinigten Arabischen Emirate. Als Vertreter des Gastgeberlandes der diesjährigen UN Water Conference unterstrich er die Bedeutung, den internationalen Dialog über Wasser als Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und nachhaltige Transformation weiterzuführen.
Darüber hinaus bot die Konferenz zahlreiche Gelegenheiten, Gespräche mit langjährigen Partnern zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig konnte GWP den Austausch fortsetzen, der wenige Tage zuvor auf der Handelsblatt-Konferenz „Wirtschaftsfaktor Wasser“ begonnen worden war. Dies zeigt, dass Wasser zunehmend als Querschnittsthema wahrgenommen wird, das weit über die Wasserwirtschaft hinaus auf wirtschafts-, industrie- und entwicklungspolitischer Ebene diskutiert wird.
GWP-Geschäftsführer Boris Greifeneder (r.) mit H.E. Abdulla Ahmed Balalaa, Assistant Minister of Foreign Affairs for Energy and Sustainability der Vereinigten Arabischen Emirate
Ingo Hannemann, GWP-Vorstandsvorsitzender, mit Ingrid-Gabriela Hoven, GIZ-Vorständin, und Boris Greifeneder nach der Unterzeichnung des MoU
Strategische Partnerschaften weiter ausbauen
Ein weiterer Meilenstein der Konferenz war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) zwischen German Water Partnership und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die Vereinbarung baut auf der langjährigen Zusammenarbeit beider Organisationen auf und schafft eine Grundlage, um gemeinsame Aktivitäten und internationale Partnerschaften im Wassersektor weiter auszubauen.
Wasser als Zukunftsthema gemeinsam gestalten
Die Hamburg Sustainability Conference 2026 hat gezeigt, dass Wasser zunehmend als wirtschafts- und geopolitisches Zukunftsthema verstanden wird. Mit einer eigenen Session, dem Austausch mit internationalen Entscheidungsträgern und dem Ausbau strategischer Partnerschaften hat German Water Partnership dazu beigetragen, Wasser stärker in wirtschafts- und industriepolitische Debatten einzubringen. Diesen Dialog wird GWP gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern weiterführen.
Unter dem Leitthema „Energie und Wasser im Gleichklang – Wege zu resilienten Infrastrukturen“ tagte der Arbeitskreis Wasser und Energie am 22. Juni 2026 zu seiner 25. Sitzung. Im Fokus standen energieautarke Kläranlagen sowie die Rolle konventioneller Kraftwerksstandorte in der Energiewende.
Von der Nachbereitung der IE expo China über die Planung der 5th Tunisian-German Water Days und der Leistungsschau Tunesien bis hin zum Austausch mit der KfW über Finanzierungsmöglichkeiten im südlichen Afrika: Im Juni tagten gleich drei Regionalforen und entwickelten die Außenwirtschaftsaktivitäten des Netzwerks weiter.
„Durch Bildung zusammen wachsen.“ Unter diesem Motto tagten das Regionalforum Europa und der Arbeitskreis Betrieb und Bildung erstmals gemeinsam, um sowohl aktuelle Herausforderungen für Bildung und Arbeitswelt im europäischen Wassersektor als auch Synergien zwischen beiden Gremien zu identifizieren.
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