Neues aus den Märkten | Dezember 2025

Regionalforum Europa

Aktuelle Markteinblicke und Ausblick auf 2026

Vom schwedischen Wassermarkt über Pumpentechnologien in Europa bis hin zu TA Luft und PFAS: Diese und weitere Themen standen im Mittelpunkt der dritten Sitzung des im Frühjahr 2025 neu gegründeten Regionalforums Europa, die digital stattfand.

Mit Blick auf die bevorstehende Geschäftsanbahnungsreise im März 2026 stand der schwedische Wassermarkt im Fokus der Veranstaltung. Eine Vertreterin der AHK Schweden stellte die Delegationsreise mit Stationen in Stockholm, Malmö, Helsingborg und Lund vor. Derzeit sind noch zwei letzte Plätze verfügbar. Mehr Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

Darüber hinaus berichtete Julia Egel, Referentin für Internationale Programme bei German Water Partnership (GWP), von einem kürzlich durchgeführten Workshop in der niederländischen Botschaft. Sie gab zudem einen Ausblick auf die Aquatech Amsterdam sowie auf eine von GWP organisierte, europa-spezifische Session im Hauptprogramm der IFAT Munich 2026.

Auch im nächsten Jahr werden Themen der europäischen Zusammenarbeit wie Messen und Konferenzen, EU-Regularien wie die Kommulabwasserrichtlinie (KARL) und Fokusländer wie in Skandinavien, Frankreich, Großbritannien und Südosteuropa auf der Agenda stehen.

Alle aktuellen Informationen, Präsentationen und Sitzungsprotokolle finden Sie auf der neuen Webseite des Regionalforums Europa.

 

Regionalforum Südostasien

Wachsendes Marktpotenzial für deutsche Wasserlösungen auf den Philippinen

Vom 23. bis 27. November 2025 reisten zehn deutsche Wasserunternehmen im Rahmen einer Geschäftsanbahnungsreise auf die Philippinen. Ziel war es, sich vor Ort ein umfassendes Bild von Marktchancen, Finanzierungsinstrumenten, Beschaffungsprozessen und dem regulatorischen Umfeld zu machen. In zahlreichen Gesprächen mit lokalen Unternehmen, Behörden und Investoren wurden konkrete Kooperations- und Projektmöglichkeiten ausgelotet.

Teilnehmende der Geschäftsanbahnungsreise auf die Philippinen © GWP

Obwohl die Philippinen derzeit noch Deutschlands kleinster Handelspartner innerhalb der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) sind, wächst der Bedarf an moderner und resilienter Wasserinfrastruktur deutlich. Die Folgen des Klimawandels könnten bis 2040 rund 14 % des philippinischen Bruttoinlandsprodukts kosten; allein Hochwasserschäden werden auf etwa 125 Mrd. US-Dollar geschätzt. Gleichzeitig haben rund 8 % der Bevölkerung keinen Zugang zu Trinkwasser, 16 % sind nicht an ein Abwassersystem angeschlossen und lediglich 10 % des häuslichen Abwassers wird behandelt. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach deutscher Wassertechnologie und -expertise. Zudem laufen derzeit Verhandlungen über ein deutsch-philippinisches Handelsabkommen.

Ein zentraler Programmpunkt der Reise war die Deutsch-Philippinische Konferenz zur Wassertechnologie mit rund 100 Teilnehmenden aus Versorgungsunternehmen, Ministerien, Finanzinstitutionen und der Industrie. Ergänzt wurde das Programm durch etwa 80 individuell organisierte B2B-Gespräche, ein Länderbriefing von Germany Trade & Invest (GTAI) und der Deutschen Botschaft Manila sowie ein Finanzierungsbriefing der BDO Unibank und einen Besuch bei der Asian Development Bank (ADB). Praxiseinblicke gab es zudem durch die Besichtigung der Maynilad Water Reclamation Facility.

Die Reise machte deutlich, dass insbesondere Lösungen in den Bereichen Abwasserbehandlung, Leckagereduktion, Digitalisierung und naturbasierte Ansätze stark nachgefragt sind. Zahlreiche neue Kontakte und Partnerschaften konnten angestoßen werden. Beide Seiten signalisierten großes Interesse an weiterführenden Formaten wie Workshops, Marktstudien, Schulungen und Pilotprojekten.

Ein besonderer Dank gilt den teilnehmenden Unternehmen: ANDRITZ Separation, ATEC GmbH, AuCom, Herrenknecht AG, IMPREG GmbH, Erhard Muhr GmbH, Otto Graf GmbH, Rädlinger Primus Line, RELINEEUROPE und Tholander Ablufttechnik GmbH.

Die Geschäftsanbahnungsreise wurde von der AHK Philippinen im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) durchgeführt und ist Teil des Markterschließungsprogramms für KMU sowie der Exportinitiative Umwelttechnologien.

 

Regionalforum Afrika

Einblicke in den ivorischen Wassermarkt: Leistungsschau und Lessons Learned

Côte d’Ivoire setzt derzeit mehrere wichtige Maßnahmen zur Erreichung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ (SDG 6) um. Bis 2050 sollen der universelle Zugang zu Trinkwasser sowie eine flächendeckende Abwasserbehandlung sichergestellt werden. Mit einem stabilen und dynamischen Wirtschaftswachstum – das reale BIP stieg 2024 um rund 6,1 %, Prognosen liegen für die kommenden Jahre bei 6,0-6,5 % – zählt Côte d’Ivoire weiterhin zu den wirtschaftlich stärksten Staaten in Subsahara-Afrika.

Teilnehmende der Leistungsschau Côte d’Ivoire © GWP

Nach einer friedlichen Präsidentschaftswahl erhielten deutsche Unternehmen vom 1. bis 5. Dezember 2025 die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt der laufenden Maßnahmen und den bestehenden Bedarfen zu machen. Im Mittelpunkt standen ein Fachsymposium sowie der intensive Austausch mit Vertreter:innen der kommunalen Wasserversorgung in Abidjan, der nationalen Wasserwirtschaft und wasserintensiver Industriebetriebe – insbesondere aus dem Agri-Food-Sektor.

Vier deutsche Unternehmen nahmen an der Reise teil, um neue Kontakte aufzubauen, bestehende Beziehungen zu vertiefen und konkrete Geschäftsmöglichkeiten sowie potenzielle (Vertriebs-)Partner zu identifizieren: ARIS GmbH, ARTAS GmbH, Expotec GmbH und WILO SE.

Keynote von Matthias Veltin, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland © GWP

Im Rahmen eines Symposiums stellten sich die Unternehmen in Pitch-Präsentationen vor und nahmen an zwei Fachpanels teil. Zudem fanden zahlreiche B2B-Gespräche statt. Ergänzt wurde das Programm durch Besuche bei der ivorischen Entwässerungsbehörde ONAD, beim Umweltschutzbeauftragten von Cocody – der einkommensstärksten Gemeinde der Metropolregion Abidjan und des gesamten Landes – sowie weiteren relevanten Institutionen.

Das Verbundprojekt Wasser- und Abwasserwirtschaft Côte d’Ivoire ist eine Fördermaßnahme aus dem Markterschließungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) für deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Es wird im Auftrag des BMWE von SBS systems for business solutions in enger Zusammenarbeit mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Côte d’Ivoire und German Water Partnership e. V. umgesetzt. Fachlich begleitet wurde das Projekt zusätzlich vom Branchenexperten des Wirtschaftsnetzwerks Afrika, Christ Herbert Koffi, der die teilnehmenden Unternehmen engagiert unterstützte.

Nach dem ersten Projektjahr lassen sich drei zentrale Lessons Learned festhalten:

  • Côte d’Ivoire entwickelt sich dynamisch – es bestehen vielfältige Chancen für deutsche Technologieanbieter, insbesondere im Bereich Umwelt- und Wassertechnologien „Made in Germany“.
  • Persönlicher Kontakt und lokale Präsenz sind für den Markteintritt deutscher Unternehmen essenziell.
  • Deutsche Unternehmen können auf ein breites Unterstützungs- und Beratungsangebot zurückgreifen: Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Côte d’Ivoire steht bereit, um beim Markteintritt kompetent zu begleiten.