Neu bei GWP | Wasserlösungen global denken: SKion Water über Innovationen und internationale Märkte

Herr Dr. Hübner, SKion Water ist seit Kurzem Mitglied bei German Water Partnership. Können Sie Ihr Unternehmen und dessen Rolle im internationalen Wassersektor kurz vorstellen?

Unser Interviewpartner: Dr. Reinhard Hübner, CEO von SKion Water © SKion Water

SKion Water ist ein globaler Technologie- und Lösungsanbieter sowie Anlagenbauer für die kommunale und industrielle Wasser- und Abwassertechnik. Was einst mit einem leeren Blatt Papier begann, ist in den vergangenen 15 Jahren durch strategische Beteiligungen zu einer internationalen Gruppe mit derzeit 14 Wassertechnologieunternehmen entwickelt. Unser Kerngeschäft und unsere DNA liegen in der Wasser- und Abwasseraufbereitung für Industrie und Kommunen. Dafür bieten wir qualitativ hochwertige, nachhaltige, kosteneffiziente und innovative Lösungen und Dienstleistungen. Unsere Vision ist es, sauberes Wasser für alle Menschen zu gewährleisten, Wasserressourcen nachhaltig zu nutzen und Gewässer vor Verschmutzung zu schützen.

SKion Water vereint verschiedene Technologieunternehmen unter einem Dach. Welche Kompetenzen und Lösungen bringt SKion Water in den Wassermarkt ein?

Heute verfügen wir über ein konsolidiertes Portfolio an operativen Tochtergesellschaften in Europa, Nord- und Südamerika sowie Süd- und Südostasien. Dazu gehören Ovivo, EnviroWater Group, ELIQUO WATER GROUP, Paques, ADASA, Enpure, Ecopreneur, inCTRL, Matten und Sanpure sowie die Technologiebeteiligungen Sentry, FIDO, SouthWestSensor und up2e!.

Wir bringen ein breites Spektrum an technischen Kompetenzen und marktfähigen Lösungen in den Wassersektor ein. Im Fokus stehen der Anlagenbau, die Wasserbehandlung und zugehörige Services. Je nach Land unterscheiden sich im kommunalen Bereich Rollen, Verantwortlichkeiten und Schwerpunkte, doch in der Regel liefern wir die Kerntechnologie und -ausrüstung sowie Planung und Bau der Anlagen; in einigen Fällen übernehmen wir auch deren Betrieb. Im industriellen Sektor ist das Geschäftsmodell homogener, jedoch die Lösungen vielfältiger.

Nachhaltigkeit steht bei all unseren Lösungen im Mittelpunkt, ebenso wie der Einsatz geschlossener Wasserkreisläufe. Darüber hinaus treiben wir die digitale Transformation im Wassersektor voran, unter anderem durch digitale Prozesssteuerung, Fernüberwachung (IoT), Performance‑Monitoring und Lifecycle‑Services.

In welchen Bereichen der Wasserwirtschaft sehen Sie aktuell den größten Innovations- oder Handlungsbedarf?

Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Wasserkreislauf stellen eine zentrale Herausforderung dar. Einerseits herrscht in vielen Regionen weltweit Wasserknappheit. Das gilt mittlerweile auch für Teile Deutschlands, in denen das Grundwasser zumindest saisonal nicht ausreicht, um Bedarfe zu decken. Andererseits gibt es Situationen, wo wir zu viel Wasser (z.B. durch Starkregenereignisse) vorfinden. Um Wassersicherheit zu gewährleisten, benötigen wir technische Lösungen für beide Extreme.

Es gibt zwei zentrale Bereiche mit Innovationsbedarf: der erste besteht darin, den Zugang zu hochwertigem Trinkwasser zu sichern. Der zweite betrifft die Entwicklung von effizienteren Systemen zur Wasserwiederverwendung („Reuse“), um die Abhängigkeit von Süßwasserentnahmen zu reduzieren. Länder wie Singapur oder Israel dienen hier als Vorbilder.

Welche technologischen oder thematischen Schwerpunkte setzt SKion Water derzeit besonders – etwa in den Bereichen Wasseraufbereitung, Digitalisierung oder Kreislaufwirtschaft?

Wir fokussieren uns derzeit auf mehrere technologischen Schwerpunkte:

  1. Effiziente Trinkwasseraufbereitung auf Basis keramischer Membranen. Gemeinsam mit unserer Tochtergesellschaft Cembrane bieten wir robuste, langlebige Keramikmodule für anspruchsvolle Rohwässer und Betriebsbedingungen.
  2. Nachhaltige PFAS‑Elimination durch Vor‑Ort‑Zerstörung statt bloßer Entfernung („Removal“). Mit E2METRIX setzen wir Technologien zur sicheren und effizienten Zerstörung von PFAS‑Kontaminationen direkt vor Ort ein.
  3. Rückgewinnung von Ammoniak und Phosphat mit energie‑ und chemikalieneffizienten Verfahren.
  4. Digitalisierung, insbesondere Sensorik und Monitoring: darunter sensorbasierte Lösungen für die Wasserqualitätsüberwachung, die kontinuierliche Erfassung von Schad- und Nährstoffparametern, die Überwachung biologischer Prozesse in Echtzeit sowie KI-gestützte Leckageerkennung im Netz.
Energie-Upgrade mit thermischer Desintegration und Phosphatrückgewinnung bei der Kläranlage Lingen durch ELIQUO STULZ GmbH © SKion Water

SKion Water ist international aktiv. In welchen Regionen oder Märkten sehen Sie aktuell die größten Chancen für nachhaltige Wasserlösungen?

Wir sehen große Chancen im Mittleren Osten, in Indien, Südostasien, und Afrika als vielversprechende Zukunftsmärkte für die weitere Entwicklung und den Einsatz von nachhaltigen Wasser- und Abwassertechnologien. Zentrale Treiber dafür sind u. a. steigende Wasserbedarfe der lokalen Bevölkerung, der Industrie- und Dienstleistungsbranchen, Herausforderungen in der Wasser- und Abwasserbehandlung sowie die Entwicklung und Konsolidierung lokaler Zusammenarbeit unserer Tochtergesellschaften in spezifischen Marktsegmenten.

Aber auch Europa bietet erhebliches Potenzial – unter anderem durch die neue Kommunalabwasserrichtline und die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels.

Welche Rolle spielen Kooperationen und Partnerschaften für die Entwicklung und Skalierung Ihrer Lösungen?

Einerseits fördern wir aktiv die interne Zusammenarbeit zwischen unseren operativen Tochtergesellschaften und unterstützen sie, Synergien innerhalb des Portfolios zu heben. Dies ermöglicht uns die Entwicklung und Skalierung innovativer und nachhaltiger Lösungen und wir können spezifische Markt- und Kundenbedürfnisse mit globaler Reichweite abdecken.

Der Aufbau von Partnerschaften mit externen Stakeholdern aus dem Wassersektor ist ein weiteres strategisches Kernelement. Sie ermöglichen uns den Zugang zu neuen Märkten, Kunden, Technologien und unterstützen die Weiterentwicklung sowie potenzielle Integration innovativer Lösungen in unser Portfolio.

Keramische SiC-Membranen von Cembrane A/S für Wasser- und Abwasseranwendungen © SKion Water

Warum hat sich SKion Water für eine Mitgliedschaft bei German Water Partnership entschieden?

SKion Water ist über die Jahre zu einer globalen Unternehmensgruppe gewachsen, deren Tochtergesellschaften weltweit aktiv sind. Wir haben uns für eine Mitgliedschaft bei GWP entschieden, da sie neben der Relevanz für unsere deutschen Tochtergesellschaften (EnviroChemie, Eliquo und up2e!) einen fachlichen Austausch zur internationalen Wasserwirtschaft ermöglicht – ein Aspekt, der uns besonders wichtig ist.

Die Mitgliedschaft bietet eine wertvolle Plattform, um Kompetenzen zu bündeln, Innovationen sichtbar zu machen und gemeinsam nachhaltige Lösungen für globale Wasserherausforderungen voranzutreiben. Für SKion Water ist dies ein wichtiger Schritt, um das eigene Netzwerk auszubauen, Kooperationen zu fördern und die Zukunft der Wasserbranche aktiv mitzugestalten.

Welche Erwartungen oder Ziele verbinden Sie mit der Zusammenarbeit im GWP-Netzwerk?

Von der Zusammenarbeit im GWP-Netzwerk erhoffen wir uns vielfältigen Mehrwert für unsere Tochtergesellschaften zu schaffen: Dies reicht von der Vernetzung mit relevanten Mitgliedern über die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen bis hin zum Aufbau von Partnerschaften sowie der Erschließung neuer Märkte und Vertriebswege.

In welchen Themenfeldern oder Formaten möchten Sie sich künftig besonders in die Arbeit von GWP einbringen?

Insbesondere in den Bereichen Technologietransfer und Innovation, Marktentwicklung sowie Pilot‑ und Demonstrationsprojekte. Wir freuen uns darauf, Arbeitsgruppen und Regionalforen – etwa Naher Osten oder Süd- und Südostasien – aktiv mitzugestalten und gemeinsame Initiativen voranzutreiben. Unser fachliches Know‑how in einem breiten Spektrum von Wasser‑ und Abwasserlösungen bringen wir gerne in das Netzwerk ein.

Welche Mehrwerte können andere Mitglieder aus einer Zusammenarbeit mit SKion Water ziehen?

GWP-Mitglieder profitieren von unserem Know-how, Technologiezugang, Projektpartnerschaften, internationaler Vernetzung und potentiellen Innovations- bzw. Marktkooperationen. Gerne vernetzen wir Mitglieder mit relevanten Marktakteuren und freuen uns über den Austausch zu neuen Wassertechnologien.

Wenn Sie einen Wunsch für die Zukunft der internationalen Wasserwirtschaft formulieren könnten – welcher wäre das?

Neben der Anpassung an den Klimawandel ist und bleibt die sichere Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung für alle Menschen eine der drängendsten Herausforderungen. Die technischen Lösungen hierfür existieren – entscheidend sind passende politische Rahmenbedingungen vor Ort. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass wir Wassersysteme der Zukunft ganzheitlicher auf der Ebene von Wassereinzugsgebieten denken müssen und nicht so wie bei uns in politischen Gebietskörperschaften.

 

Über SKion Water

SKion Water ist – über die operativen Tochtergesellschaften Ovivo, EnviroWater Group, ELIQUO WATER GROUP, Paques, ADASA, Enpure, Ecopreneur, inCTRL, Matten, Sentry, FIDO, SouthWestSensor, Sanpure und up2e! – ein Technologie- und Lösungsanbieter sowie ein Anlagenbauer sowohl in der kommunalen als auch in der industriellen Wasser- und Abwassertechnik. In diesem Bereich bietet SKion Water qualitativ hochwertige, nachhaltige, kosteneffiziente und innovative Lösungen und Dienstleistungen an. Verbunden mit der Vision, sauberes Wasser für alle Menschen zu gewährleisten, knappe Wasserressourcen nachhaltig zu nutzen und Gewässer vor Verschmutzung zu schützen.

Weitere Informationen: www.skionwater.de