German Water Partnership bei der Kick-off Konferenz des WASA-Forschungsprogramms

Vom 25. bis 27. September 2024 fand in Stellenbosch, Südafrika, die Kick-off Konferenz des Forschungsprogramms „Water Security in Africa“ (WASA) statt. Die Veranstaltung markiert den Start der Hauptphase eines Forschungsprogramms, das sich den dringenden Herausforderungen in der Wasserwirtschaft und Wasserversorgung in der südlichen Region Afrikas widmet. Als Konsortialpartner im Vernetzungs- und Transferprojekt WASANet hat German Water Partnership (GWP) die Konferenz aktiv mitgestaltet, durchgeführt und leistete wichtige Beiträge zur Diskussion und Vernetzung.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit für nachhaltige Wasserwirtschaft

Dr. Rainer Müssner eröffnete die Kick-off Konferenz im Namen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) © GWP/WASANet

Das WASA-Programm hat sich zum Ziel gesetzt, einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Wasserversorgung, Abwasserbewirtschaftung und dem Schutz natürlicher Ökosysteme in Afrika zu leisten. Im Mittelpunkt der Konferenz stand der Austausch zwischen den über 90 Partnerinstitutionen innerhalb des Programms, die Vorstellung der sieben geförderten Forschungsprojekte sowie die Ermittlung von Synergien und Querschnittsthemen. Die hochkarätige Besetzung der Eröffnungsveranstaltung durch Vertreter der südafrikanischen Regierung sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die zu Beginn gleich ihre Visionen für das Programm vorstellten, zeigte die hohe Bedeutung der Konferenz für die gemeinsamen Ziele der deutschen Bundesregierung und Vertreter afrikanischer Länder im Bereich Wasser im südlichen Afrika.

Knapp 100 Teilnehmende bei der Konferenz in Stellenbosch © GWP/WASANet

Lindiwe Lusenga, Vertreterin des südafrikanischen Ministeriums für Wasser und Sanitärversorgung, hob in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung internationaler Kooperationen hervor: „Die Wassersicherheit ist eine der größten Herausforderungen des afrikanischen Kontinents. Nur durch länderübergreifende Zusammenarbeit können wir nachhaltige Lösungen entwickeln, die zukünftigen Generationen zugutekommen.“ Dr. Rainer Müssner vom BMBF betonte, dass die Beteiligung deutscher und afrikanischer Partner auf Augenhöhe ein wesentlicher Aspekt des Programms sei. „Forschung für Nachhaltigkeit bedeutet immer auch, lokale Gegebenheiten und Expertisen einzubeziehen. Das WASA-Programm stellt sich der Herausforderung, Wissenschaft und Praxis intensiv zu verzahnen, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.“

Zentrale Forschungsfelder und erste Projektansätze

Die Struktur des WASA-Forschungsprogramms teil sich auf in drei thematische Schwerpunkte, denen sieben kooperative Forschungsprojekte zugeordnet sind:

Themenfeld 1: Nachhaltiges Wasserressourcenmanagement

  • SeeKaquA: Semi-airborne elektromagnetische Exploration von Aquiferen in der Kalahari, Afrika. LIAG-Institut für Angewandte Geophysik & SADC Groundwater Management Institute, South Africa.
  • WaMiSAR: Nachhaltiges und klimaangepasstes Wassermanagement im Bergbau der Region des südlichen Afrikas. Universität Potsdam & Desert Research Foundation of Namibia & Impact Catalyst, South Africa.

Themenfeld 2: Wasserinfrastruktur und Wassertechnologie

  • MAMDIWAS: Nutzung von Grubenwasser als Motor für Veränderung zur Erhöhung der Wassersicherheit in Südafrika. Universität Duisburg-Essen & University of South Africa.
  • NEU-Water: Natur-Technische Stadtentwicklung für Wasserrecycling und Wiederverwendung. HafenCity Universität Hamburg & University of Cape Town, South Africa.
  • WaReNam: Mehrskalige Wasserwiederverwendungsstrategie für Namibia: Technologie, Governance und Capacity Development. Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH & Ministry of Agriculture, Water and Land Reform (MAWLR), Namibia.

Themenfeld 3: Hydrologische Vorhersagen und Umgang mit hydrologischen Extremen

  • Co-HYDIM-SA: Co-Design eines hydrometeorologischen Informationssystems für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen im südlichen Afrika
    Karlsruher Institut für Technologie & Botswana University of Science and Technology.
  • WaRisCo: Risiken und Resilienz hydrologischer Extreme in städtisch-ländlichen Gebieten im südlichen Afrika – Co-Produktion von Wasser- und Klimadienstleistungen für ein angepasstes und nachhaltiges Risikomanagement
    Friedrich-Schiller-Universität Jena & University of the Witwatersrand, South Africa
Vertreter:innen des Projektes SeeKaquA © GWP/WASANet

Diese Projekte beschäftigen sich mit den komplexen Herausforderungen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft in Regionen, die zunehmend unter den Folgen des Klimawandels und begrenzten Ressourcen leiden. Das Ziel der Forschung ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungslösungen zu überführen und damit die Wassersicherheit und die Lebensqualität der Menschen in diesen Regionen zu verbessern.

Die Konferenz ermöglichte es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der sieben WASA-Projekte, sich auszutauschen, Synergien zu identifizieren und ihre Projekte und Projektpartner:innen vorzustellen. Dabei wurde nicht nur der Stand der einzelnen Forschungsprojekte erörtert, sondern auch Wege der interdisziplinären und länderübergreifenden Zusammenarbeit beleuchtet. Gerade der gemeinsame Austausch von Know-how, Best Practices und Technologien zwischen afrikanischen und deutschen Partnern wurde als Schlüsselfaktor für den Erfolg des Programms hervorgehoben.

Die beteiligten Akteur:innen aus Forschung, Politik und Industrie werden über die Projektlaufzeit hinaus an Querschnittsthemen arbeiten, um den Transfer der Forschungsergebnisse zu ermöglichen. Themen wie Capacity Development, Policy Support und Technologien wurden während der Konferenz intensiv diskutiert.

GWP und das WASANet Projekt

Das WASANet-Team (v.l.n.r.): Marie-Louise Chagnaud (GWP), Carinus de Kock (SANWATCE), Dr. Nico Elema (SANWATCE), Dr. Marelize Botes (SUWI), Rebekka Neef (GWP), Boris Greifeneder (GWP) und Dr. Jörg Helmschrot (KIT) © GWP/WASANet

GWP engagiert sich gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), AUDA-NEPAD Southern African Network of Water Centres of Excellence (SANWATCE) und der Stellenbosch University Water Institute (SUWI) aktiv im Vernetzungs- und Transferprojekt WASANet. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Nutzung, Integration und Synthese der Ergebnisse aus den geförderten WASA-Projekten zu ermöglichen und zu beschleunigen. Es strebt den Auf- und Ausbau der Bekanntheit des Programms in wissenschaftlichen, privaten und öffentlichen Kreisen im afrikanischen und deutschen Wassersektor an. Dazu sollen effektive Netzwerke mit den Stakeholdergruppen gebildet und gestärkt werden. Weiterhin sollen die Entscheidungsträger:innen im Wasserbereich durch eine effektive Kommunikation der innovativen WASA-Dienste und -technologien unterstützt werden.

GWP bringt sich als Netzwerk der deutschen Wasserbranche im Kreise der Konsortialpartner vor allem bei den Schwerpunkten Vernetzung, Wissenschaftskommunikation sowie politischer Interessenvertretung im deutschen und afrikanischen Wassersektor ein. Ihre Ansprechpersonen für das WASANet-Projekt in der GWP-Geschäftsstelle sind Marie-Louise Chagnaud und Rebekka Neef.

Zukunftsperspektiven des WASA-Programms

Die Industriepartner der sieben WASA-Projekte mit Marie-Louise Chagnaud (r.) © GWP/WASANet

Das WASA-Programm, das Teil der BMBF-Initiative „Forschung für Nachhaltigkeit“ (FONA) ist, stellt einen bedeutenden Schritt in der wissenschaftlichen Kooperation zwischen Deutschland und Afrika dar. Unterstützt durch das BMBF, die südafrikanische Water Research Commission (WRC) sowie durch in-kind-Beiträge der über 90 Partnerinstitutionen, trägt das Programm wesentlich zur Umsetzung der afrikanischen und globalen Nachhaltigkeitsziele bei.

In den kommenden drei Jahren wird das Programm praxisorientierte Forschung betreiben, um die Wassersicherheit in den betroffenen Regionen zu verbessern. Dabei sollen nicht nur innovative technische Lösungen entwickelt, sondern auch Maßnahmen zur Stärkung der institutionellen Kapazitäten und des politischen Rahmens umgesetzt werden.

Die nächsten Gelegenheiten zur vertieften Vernetzung werden verschiedene Veranstaltungen bieten, die im Veranstaltungskalender auf der Programmwebseite bekannt gegeben werden. Bis dahin stehen die Forschungsteams vor der Aufgabe, ihre Erkenntnisse weiter zu vertiefen und in konkrete Handlungsoptionen zu überführen.

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Teilnehmende der WASA Kick-off Konferenz 2024 © GWP/WASANet