Internationale Partnerschaften gehören zur Identität von German Water Partnership (GWP). Seit seiner Gründung steht unser Netzwerk für Austausch, Kooperation und gemeinsames Handeln über Ressort- und Ländergrenzen hinweg. Ebenso lebt die Verbandsarbeit von der engen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern: Betreiber, Komponentenhersteller, Ingenieurbüros, Forschung und Beratung – ihr Zusammenspiel positioniert GWP als Gateway zur deutschen Wasserexpertise im globalen Wassersektor.
In einer Zeit wachsender globaler Herausforderungen ist dieser Ansatz wichtiger denn je. Partnerschaften schaffen Vertrauen, erleichtern den Marktzugang, fördern Innovation und stärken die internationale Sichtbarkeit der deutschen Wasserwirtschaft. Sie sind der Motor für nachhaltige, zukunftssichere Wasserlösungen, die weltweit dringend gebraucht werden.
GAPWAS: Verbandspartnerschaftsprojekt als Türöffner zum afrikanischen Wassermarkt und Netzwerk

Ein herausragendes Beispiel gelebter Kooperation ist die German-African Partnership for Water and Sanitation (GAPWAS). Seit sechs Jahren arbeiten GWP und die African Water and Sanitation Association (AfWASA) intensiv zusammen, um die institutionelle Stärke von AfWASA auszubauen und gegenseitige Fachkompetenz zugänglich zu machen. Gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die sequa gGmbH, zählt GAPWAS formal zur Entwicklungszusammenarbeit. In der Praxis ist es aber weit mehr: eine Plattform, auf der fast 300 afrikanische Mitgliedsorganisationen mit deutschen Unternehmen, Betreibern und Forschungseinrichtungen in Kontakt kommen – und von der langfristig alle Beteiligten profitieren.
Besonders sichtbar wird dies in der Webinarreihe „Ask-the-Experts“. Mit bislang 13 Ausgaben, 26 beteiligten GWP-Mitgliedern und mehr als 900 Teilnehmenden gehört es zu unseren erfolgreichsten Austauschformaten. Es schafft direkte, fachliche Verbindungen zwischen Expert:innen aus Deutschland und Afrika und ermöglicht einen kontinuierlichen Dialog über Technologien, Betriebserfahrungen und Herausforderungen vor Ort.
Über die Jahre hat sich daraus ein belastbares Vertrauensverhältnis entwickelt, was insbesondere auf gemeinsamen Messen und Konferenzen spürbar ist – zuletzt auf dem 6. GWOPA-Kongress (Global Water Operators’ Partnerships Alliance), der vom 27. bis 30. Oktober 2025 in Bonn stattfand. Afrikanische Betreiber nutzten die Gelegenheit, um gezielt auf GWP-Mitglieder zuzugehen und sich mit ihnen auszutauschen. Dieses Vertrauen wollen wir weiter vertiefen: Nach einem erfolgreichen Delegationsempfang auf der IFAT Munich 2024, wird GWP auch im nächsten Jahr wieder eine große Delegation afrikanischer Entscheidungsträger:innen empfangen,
Die Bedeutung der langjährigen Partnerschaft wird durch eine erfreuliche Botschaft zum Jahresende unterstrichen: Das Kammer- und Verbandspartnerschaftsprojekt GAPWAS wird ab November nahtlos für weitere fünf Monate bis März 2026 verlängert. Internationale Forschungskooperationen als Innovationsmotor für nachhaltige Wasserlösungen
Internationale Kooperation ist nicht nur gut fürs Geschäft. Sie ist Voraussetzung für Innovationen, die den lokalen Bedarf treffen und langfristig wirken. Die Herausforderungen des Klimawandels, veränderte hydrologische Bedingungen und wachsende Anforderungen an Wasserinfrastruktur erfordern Lösungen, die gemeinsam entwickelt werden. Das Forschungsprogramm „Wassersicherheit in Afrika (WASA)“ , das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird, zeigt, wie fruchtbar die internationale Zusammenarbeit sein kann. In sieben Projekten erarbeiten Partner aus Wissenschaft, öffentlicher Hand und Privatwirtschaft Innovationen für das Wassermanagement, für klimaresiliente Infrastrukturen und für präzisere hydrologische Vorhersagen. Die enge Einbindung von Unternehmen stellt sicher, dass die Ergebnisse nicht im Labor bleiben, sondern praxisnah, marktfähig und skalierbar sind.

Betreiberpartnerschaften für eine sichere und klimafreundliche Wasserversorgung in herausfordernden Zeiten
Auch für Wasserbetreiber ist der internationale Wissens- und Technologietransfer entscheidend, um ihrer Verantwortung für eine sichere, nachhaltige Wasserversorgung gerecht zu werden – erst recht angesichts wachsender Herausforderungen wie klimabedingter Wasserknappheit und Extremwetter, Digitalisierung und Cybersecurity oder dem spürbaren Fachkräftemangel. Nach dem Beispiel der „Water Operator Partnerships“ (WOPs) der Vereinten Nationen hatte der GWP-Arbeitskreis Betrieb & Bildung daher gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) ein neues Modell für Partnerschaften zwischen deutschen kommunalen Wasserbetreibern und Betreibern in Entwicklungs- und Schwellenländern ins Leben gerufen. Ziel ist sowohl der gegenseitige Austausch von Know-how und praktischen Betriebserfahrungen als auch der Transfer von Technologien. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Kapazitätsaufbau: lokale Wasserbetreiber in Partnerländern werden nachhaltig gestärkt, damit sie langfristig effizient und eigenverantwortlich arbeiten können.
Mittlerweile verzeichnet die geschaffene „Betreiberplattform zur Stärkung von Partnerschaften kommunaler Unternehmen weltweit“, finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter Federführung der GIZ und mit Unterstützung von GWP und dem VKU 30 Partnerschaften in acht Ländern, darunter Solidaritätspartnerschaften mit ukrainischen Wasserbetreibern sowie Akteuren im Abfallsektor. Zukünftig soll die Finanzierung für ein nachhaltiges Bestehen des Formates auch ohne Abhängigkeit einer Bundesförderung gesichert werden.
Ein weiterer wichtiger Projektpartner ist GWOPA. GWP ist seit 2022 Mitglied der Allianz und beteiligt sich regelmäßig an GWOPA-Aktivitäten wie dem 6. GWOPA-Kongress. Im Rahmen des Kongresses fand auch das alljährliche Netzwerktreffen der Betreiberplattform statt, an dem GWP teilnahm.
Deutsche Hersteller und Akteure der deutschen Wasser- und Abwasserwirtschaft sind eingeladen, sich mit ihren nachhaltigen Technologien und Know-how über das GWP-Netzwerk in die Partnerschaften einzubringen.
GWP global vernetzt: Starke Partnerschaften für Wasserprojekte weltweit
Neben Verbandspartnerschaften, Forschungsprojekten und den Betreiberpartnerschaften arbeitet GWP seit Beginn eng mit deutschen und internationalen Institutionen wie den Auslandshandelskammern (AHK), der GIZ und der KfW zusammen. Durch diese Kooperationen verfügt das Netzwerk über direkte Ansprechpartner vor Ort und erhält wertvolle Einblicke in länderspezifische Herausforderungen und Bedarfe. Gleichzeitig eröffnen sich Zugänge zu relevanten Finanzierungsmöglichkeiten, die es Unternehmen erleichtern, Projekte im Ausland strategisch zu planen und erfolgreich umzusetzen.
Globale Zusammenarbeit sichert Wasserzukunft
Ob Dürren, Überschwemmungen oder marode Infrastrukturen – viele Länder, Betreiber und Unternehmen stehen weltweit vor ähnlichen Herausforderungen, die sich nur effizient und wirksam bewältigen lassen, wenn Expertise aus Technik, Betrieb und Forschung geteilt werden und gemeinsam gehandelt wird. Gleichzeitig erhöhen internationale Partnerschaften die Sichtbarkeit der deutschen Wasserwirtschaft, stärken Kompetenzen im gesamten Netzwerk und eröffnen neue Märkte. Vor allem aber sind sie der Nährboden für nachhaltige, zukunftsweisende Innovationen.
Sie sind daher kein Zusatzangebot, sondern ein strategischer Kern unserer Arbeit – und ein zukunftsweisender Beitrag für eine sichere, klimafreundliche Wasserversorgung weltweit.
