#WaterWiseEU: Wasserresilienz im Fokus der European Green Week in Brüssel

Boris Greifeneder und Lucie König aus der GWP-Geschäftsstelle bei der EU Green Week © GWP.

Die Brussels Conference der European Green Week am 29. und 30. Mai 2024 war zugleich der Startpunkt für die Kampagne #WaterWiseEu. Diese wurden durch den Exekutiv-Vizepräsident für den European Green Deal, Maroš Šefčovič, bekannt gegeben. Die Kampagne soll das Bewusstsein für die Ressource Wasser schärfen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Interessensgruppen und politische Entscheidungsträger:innen in den Dialog über Strategien für mehr Wasserresilienz in Europa bis 2050 zu bringen.

Dringende Notwendigkeit für Wasserresilienz

Europa erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt, und 70 Prozent der Europäer:innen haben Bedenken hinsichtlich Wasserknappheit und -verschmutzung geäußert. In den letzten Jahren hatten die EU-Länder regelmäßig mit Dürren und Überschwemmungen zu kämpfen. Die wachsende Nachfrage aufgrund der steigenden Bevölkerungszahl verringert die Verfügbarkeit von Wasser allmählich. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage zu Umweltbedrohungen hat die Sorgen der europäischen Bürger:innen über Wasserprobleme wie Verschmutzung, Knappheit und Überschwemmungen verdeutlicht. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Frage nach unserem Umgang mit Wasser oberste Priorität zukommen muss. Wasser ist nicht nur eine lebenswichtige Ressource, sondern auch die Grundlage unserer Ökosysteme und Wirtschaft. Die Produktion von Nahrungsmittel, Energie und Güter hängt von einer stabilen Wasserversorgung ab.

Alarmierende Zahlen und Prognosen

#EUGREENWEEK @ GWP.

Šefčovič zitierte einige alarmierende Zahlen: „Laut den Vereinten Nationen wird die weltweite Nachfrage nach sauberem Wasser bis 2030 das verfügbare Angebot um 40 Prozent übersteigen. Die Weltbank schätzt, dass das globale Lebensmittelsystem in den nächsten drei Jahrzehnten 40 bis 50 Prozent mehr Wasser benötigen wird; die kommunale und industrielle Nachfrage wird um bis zu 70 Prozent steigen und der Energiebedarf wird um 85 Prozent zunehmen.“

Wirtschaftliche Bedeutung und strategische Maßnahmen

Der Wassersektor, der einen Mehrwert von 107 Milliarden Euro generiert und 1,7 Millionen Arbeitsplätze in rund 80.000 Unternehmen unterstützt, ist entscheidend für den grünen Wandel. Viele Schlüsselindustrien sind stark auf Wasser angewiesen. Daher ist es von strategischer Bedeutung, die Wasserresilienz in der gesamten EU zu gewährleisten.

Herausforderungen des Wasserkreislaufs

  • Nicht genug Wasser: Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt. Viele Länder sind von Wasserknappheit und häufigeren Dürren bedroht.
  • Zu viel Wasser: Überschwemmungen werden häufiger, gefährlicher und teurer. Es ist an der Zeit, die Resilienz der Natur zu nutzen.
  • Verschmutzung: Viele unserer Flüsse, Meere und Grundwasserleiter sind durch Chemikalien, Kunststoffe, Landwirtschaft und andere Quellen verschmutzt.
  • Schlechtes Management: Wir brauchen Wasser, um unsere Nahrung zu produzieren und unsere Wirtschaft anzutreiben. Schlechtes Wassermanagement führt zu Übernutzung, Verlust oder Verschwendung.

Wesentliche Vorschläge der #WaterWiseEU-Kampagne

Die Kampagne umfasst mehrere wesentliche Vorschläge:

  • Aufbau einer „Water Smart Economy“: Integriertes Management und Nutzung aller Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft, um sicherzustellen, dass auch Abwasser nicht verschwendet wird.
  • Bedeutende Investitionen: Durch die Strategic Technologies for Europe Platform (STEP) und Horizon Europe-Zuschüsse, die bereits 1,3 Milliarden Euro für Wasserforschungs- und Innovationsprojekte bereitgestellt haben.
  • Anwendung der überarbeiteten Wasserrahmenrichtlinie: Verbesserung des Zugangs zu sicherem Trinkwasser für die EU-Bürger.
  • Finanzierung der Blue Transition: Einrichtung eines Blue Transition Fund zur Unterstützung des Übergangs zu einer wassersmarten Gesellschaft.
  • Investitionen in Zusammenarbeit, Forschung und Innovation: Förderung durch Water-Oriented Living Labs.
Brussels Conference der EU Green Week © GWP.

Fazit der Brussels Conference

Wasser verbindet uns alle und ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Kontinents. Es ist an der Zeit, Wasser als eigenständiges Thema anzugehen, das über den EU Green Deal hinausgeht. Gemeinsam müssen wir den Wert von Wasser anerkennen und diesen prioritär behandeln, um eine wassersmarte Zukunft zu gestalten.

Jeder dieser Punkte stellt einen klaren Handlungsaufruf für Bürger:innen und Interessenvertreter:innen der gesamten EU dar, die sich über die spezielle Informationswebseite der Kampagne anschließen können. Diese bietet Kommunikationswerkzeuge, um die Botschaft zu verbreiten – genau zur richtigen Zeit, da der Sommer naht und die Wasserressourcen in den letzten Jahren besonders beansprucht wurden.

GWP behandelt das Thema urbane Wasserresilienz seit einigen Monaten in einer Arbeitsgruppe, die Mitglieder mit Interesse an dem Thema zusammenbringt. Sie haben ebenfalls Interesse aktiv zu werden? Dann wenden Sie sich gerne an Lucie König von der GWP-Geschäftsstelle.