Erfolgreiche Leistungsschau in Côte d’Ivoire

Deutsche Wasserunternehmen erkunden Geschäftspotenziale und fördern Austausch im Wassersektor

Von 13. bis 17. November 2023 führte German Water Partnership e.V. (GWP) in enger Zusammenarbeit mit der Delegation der deutschen Wirtschaft in Côte d’Ivoire und Ghana und der African Water and Sanitation Association (AfWASA / AAEA) eine erfolgreiche Leistungsschau in Côte d’Ivoire durch. Es handelte sich um ein Projekt im Rahmen des durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen des Markterschließungsprogramms. Vier GWP-Mitglieder nahmen am einwöchigen Programm teil: Aerzener Maschinenfabrik, NIVUS GmbH, Tholander GmbH, WILO sowie die Flexbio GmbH.

Geschäftschancen in Côte d’Ivoire: Fokus auf Wasseraufbereitung und Abwasserlösungen

Côte d’Ivoire zeichnet sich durch politische Stabilität, rasantes Bevölkerungswachstum sowie ehrgeizige Regierungspläne aus, den Zugang der Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser und Abwasserentsorgung bis 2030 auf 100 Prozent zu steigern. Für die teilnehmenden Unternehmen eröffneten sich vielversprechende Geschäftsmöglichkeiten in den Bereichen der industriellen Wasseraufbereitung und Klärung, dezentrale Wasseraufbereitung im Siedlungsbau sowie zahlreiche Lösungen im Bereich Abwasser. Die hohe Nachfrage nach neuen Konzepten und Finanzierungsmodellen wurde während des Konferenztags mit mehr als 90 Teilnehmenden aus dem Wassersektor und der ivorischen Industrie deutlich. Eröffnet wurde das Symposium durch den neu bestellten Botschafter der Bundesrepublik in Côte d’Ivoire, S.E. Matthias Veltin. Neben hochrangigen Vertreter:innen des Wassersektors, insbesondere des ivorische Ministeriums für Wasserwirtschaft, Abwasserentsorgung und Hygiene (MINHAS) und die Behörden für Trinkwasserversorgung sowie Abwasser (ONEP) und Drainage (ONAD) nahm auch eine Vertreterin der African Development Bank an einer Podiumsdiskussion teil. Dabei wurde betont, dass trotz vorhandener Fördermöglichkeiten für Projekte in der Wasserwirtschaft, besonders im Bereich Machbarkeitsstudien und Pilotprojektfinanzierungen noch nicht alle Optionen bekannt sind. Ausschreibungen und geforderte Eigenleistungen stellen für viele kleine und mittlere Unternehmen eine Herausforderung dar.

Netzwerkaufbau und Perspektiven

Das Beratungsangebot für deutsche Unternehmen in Côte d’Ivoire ist durch die neu gegründete Delegation der deutschen Wirtschaft unter Leitung von Natalie Kolbe gestärkt worden. Die AHK verfügt ab sofort auch über eine regionale Expertin für Exportkreditsicherungen, Emilia von Mettenheim (Director Competence Centre for German Export Finance I Westafrica and Subsahara Africa), die deutsche Unternehmen, die sich in der Region engagieren möchten, beratend unterstützt.

Über das Symposium hinaus bot die Leistungsschau ein vielfältiges Programm, einschließlich individueller B2B und B2G Termine sowie Besichtigungen von Trinkwasser- und Abwasseraufbereitungsstandorten. Fragen der Ausbildung und beruflichen Weiterbildung spielten eine bedeutende Rolle, insbesondere bei einem Austausch mit Prof. Kouassi Dongo  und seinem Team im Excellenzzentrum Wasser der Universität Felix Houphouet-Boigny. Gerade im Bereich Abwasser steht Côte d’Ivoire vor einem Nachwuchsproblem, das durch eine fortlaufende Qualifizierung des Personals angegangen werden soll.

Prof. Dongo leitet das Zentrum, das die Aus- und Weiterbildung im Bereich Abwasser im französischsprachigen Westafrika koordiniert. Mit den deutschen Unternehmen diskutierte er verschiedene Beteiligungs- und Austauschmodelle . Neben der Durchführung und Finanzierung von studien- und forschungsbegleitenden Praktika in Deutschland könnten auch Produkte deutscher Unternehmen in Fortbildungs-Curricula eingebunden werden. Die Arbeit des Zentrums ist derzeit im Aufbau. Für Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit mit dem Exzellenzzentrum interessiert sind, soll in den kommenden Monaten eine Präsentation der Arbeit des Netzwerks bei einer Sitzung des Regionalforums Afrika stattfinden.

Die Vernetzung und der Austausch mit deutschen Unternehmen, die bereits in Côte d’Ivoire mit Niederlassungen vertreten sind, erwiesen sich als besonders informativ und hilfreich. Gelegenheit dazu bot sich im Rahmen des Symposiums, beim Empfang des Deutschen Botschafters in seiner Residenz und bei eigens dazu vereinbarten Terminen, wie z.B. mit Gauff und dem GWP Mitglied Waterleau.

GWP bleibt engagiert, deutsche Unternehmen bei ihrem Markteintritt in Côte d’Ivoire zu unterstützen und die Kooperationen in der Wasserwirtschaft voranzutreiben. Mehr dazu erfahren Sie im GWP-Regionalforum Afrika, das schon am 7. Dezember seine nächste Sitzung plant. Anmeldung und weitere Informationen hier.