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Am 8. November fand die neueste Ausgabe der etablierten BLUE PLANET Berlin Water Dialogues statt, einer renommierten Veranstaltungsreihe im internationalen Wassersektor. Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 hat diese Plattform das Ziel, eine sich ständig weiterentwickelnde Bühne für den Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen über Lösungen zur Verbesserung der globalen Wassersituation zu bieten. Die Teilnehmendenzahlen überstiegen in diesem Jahr die Erwartungen. German Water Partnership e.V. (GWP) setzte die Konferenz wieder mit den Projektpartnern Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB), eclareon GmbH und T-Base um – ein Erfolgsformat.
Die Veranstaltungsreihe, die aufgrund der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020/2021 auf digitale Formate umgestellt wurde, hat sich zu einer wichtigen Austauschplattform im Bereich des Wassermanagements entwickelt. Durch den Schritt ins Digitale konnte der Teilnehmendenkreis sukzessive ausgebaut werden und erfüllt damit die wichtige Funktion, den globalen Austausch zu fördern.
„Berlin als Innovationszentrum“
Die Konferenz begann mit Begrüßungsansprachen von Boris Greifeneder, Geschäftsführer von GWP und Prof. Dr. Martin Jekel, CEO von KWB, die den Ton für einen Tag voller aufschlussreicher Diskussionen setzten. Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin, betonte die Schlüsselrolle Berlins bei der Bewältigung globaler Wasserherausforderungen und sprach sich dafür aus, Disparitäten auf globaler Ebene anzugehen.
Die Veranstaltung umfasste inspirierende Hauptvorträge, Projektpräsentationen, eine dynamische Podiumsdiskussion und thematische Break-out-Sitzungen. Dabei wurden entscheidende Themen wie die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, Wasserknappheit, Technologiepartnerschaften, Nährstoffrückgewinnung und Wärmerückgewinnung aus Abwasser behandelt.
Nachhaltige Ziele und Kreislaufwirtschaft – Das WICER-Dokument der World Bank
Anna Delgado, Consultant – Water Specialist, The World Bank, präsentierte das WICER-Dokument mit drei Hauptzielen zur Erreichung der SDGs. Dabei betonte sie, dass Kreislaufwirtschaft nicht das Hauptziel sei, sondern das Mittel zur Erreichung dieser Ziele. Die Diversifizierung der Wasserquellen, die Rückgewinnung von Ressourcen aus Wasser und Abwasser sowie die Optimierung von Ressourcen standen im Fokus. Die Bedeutung von Energieeffizienz wurde hervorgehoben, insbesondere in Bezug auf die kostspielige Energiekomponente. Die Förderung von Kreislaufwirtschaftsprinzipien durch politische Maßnahmen wurde als entscheidend für wirtschaftliche und Umweltvorteile betont.
Weitere Highlights:
- Dr.-Ing. Anne Kleyböcker (KWB) behandelte das kritische Thema Wasserknappheit und stellte den Water Europe Marketplace, eine Plattform für innovative Technologien in der Kreislaufwirtschaft, sowie diverse erfolgreiche Case Studies des ULTIMATE (indUstry water-utiLiTy symbIosis for a sMarter wATEr society)-Projektes in Dänemark, Griechenland und Spanien vor.
- Dr. Christian Kabbe (EasyMining Germany) betonte die Wichtigkeit von sektorübergreifenden Partnerschaften für die Umsetzung einer groß angelegten Kreislaufwirtschaft im Wasserbereich. Er forderte ein der sowie rein linearer Prozesse. Besonderen Fokus legte er auf die Rückgewinnung von Nährstoffen.
- Timo Paul (Vattenfall Wärme Berlin) und Heinrich Gürtler (Berliner Wasserbetriebe) präsentierten das Potenzial der Wärmerückgewinnung aus Abwasser im Rahmen des Projekts InfraLab Berlin.
- Samuela Guida (International Water Association IWA) stellte die IWA und ihre neuesten Aktivitäten vor.
- Die Podiumsdiskussion, moderiert von Dr. Christian Remy (KWB), erforschte das Zusammenspiel von „Wirtschaftlicher Tragfähigkeit & Nachhaltigkeit“ und betonte die Notwendigkeit klarer Definitionen und Standards mit einem Fokus auf der regulatorischen Rolle als treibende Kraft.
- Phoebe Koundouri (ReSEES-Labors an der School of Economics der Athens University of Economics and Business/ATHENA Information Technology Research Center) hielt die abschließende Keynote. Auf der Grundlage ihrer Arbeit im Rahmen des Projekts Water-Futures gab sie einen Ausblick darauf, wie die Wasserinfrastruktur in den Städten der Zukunft aussehen wird. Krisen und zunehmend unsichere Klimabedingungen haben den Bedarf an einer ganzheitlicheren und intelligenteren Entscheidungsfindung beim Management von Wasserinfrastrukturen erhöht. Sie erörterte, wie diese Systeme sozial gerechter, wirtschaftlich effizienter und ökologisch widerstandsfähiger werden können.
Insgesamt unterstrichen die BLUE PLANET Berlin Water Dialogues 2023 die Notwendigkeit einer nachhaltigen Wasserwirtschaft und den entscheidenden Beitrag der Kreislaufwirtschaft zur Bewältigung globaler Herausforderungen. Die vielfältigen Präsentationen und Diskussionen boten eine umfassende Perspektive auf aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen in diesem wichtigen Sektor.
Alle Sessions sind auf der BLUE PLANET Webseite als Video-on-demand verfügbar. Die digitale Konferenz war offen für Teilnehmende aus der ganzen Welt. Weitere Informationen zur Veranstaltung und den Redner:innen finden Sie auf www.blueplanetberlin.de. Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe für 2024 wird angestrebt.
