Für die Produktion eines Kilogramms Wasserstoff benötigt man etwa 9 bis 11 kg hochreines Wasser. In Ländern in der MENA-Region oder im Südlichen Afrika muss dies häufig erst aufwendig aus Meerwasser entsalzt werden. Durch die Wirkungsgrade der Entsalzungsanlagen steigt der Bedarf je nach Salzgehalt von 20 auf bis zu 30 kg Meerwasser.
Dr.-Ing. Gerd Sagawe, Vorstandsmitglied und Leiter des Arbeitskreises Industriewasserwirtschaft
„Da Wasser das Hauptmedium bei der Wasserstofferzeugung ist, spielt eine effiziente und für den jeweiligen Prozess passende Wasseraufbereitung eine wesentliche Rolle.“
Darüber hinaus ist der umweltgerechte Umgang mit Rohwasser und aufkonzentrierten, teils warmen Solen als Reststoff bedeutend. Die deutsche Wasserwirtschaft und ihre verbundenen Institutionen können mit ihrer Expertise und dem Potential zur Lieferung von Technologie- und Prozesswissen sinnvolle Standards mit aufbauen und bringen eine sehr gute und verantwortungsbewusste Position im internationalen Wettbewerb mit.
Grüner Wasserstoff aus Wasser
Der Ressource Wasser kommt bei der Produktion von grünem Wasserstoff eine entscheidende Rolle zu. Die Mitglieder von German Water Partnership bieten bereits heute innovative Lösungen aus Deutschland, um die globalen Herausforderungen anzugehen – und machen somit gemeinsam die Chancen in diesem Bereich nutzbar.
Wasserstoff: Wassertechnologien aus Deutschland sind Vorteil im globalen Wettbewerb
Die Produktion von grünem Wasserstoff zur Speicherung von Energie ist ein zentraler Baustein des deutschen und europäischen Weges hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft. Gemeinsam mit den weiteren Mitgliedstaaten der Europäischen Union setzt die Bundesregierung große Hoffnungen in Wasserstofftechnologien, insbesondere in das Ziel des Imports von Wasserstoff zur Erreichung der Klimaschutzziele.
Noch wird zu wenig beachtet, dass die Bereitstellung von hochreinem Wasser für die Produktion von grünem Wasserstoff die Gesellschaften vor Ort vor Herausforderungen stellt, sei es aufgrund des Energieeinsatzes oder aufgrund zu adressierender Akzeptanzthemen in den importierenden Ländern in Bezug auf die Nutzung des Rohstoffes Wasser. GWP und seine Mitglieder setzen sich gegenüber der deutschen Politik dafür ein, dass diese Herausforderung aktiv thematisiert wird und deutsche Lösungen im Wettbewerb mit anderen Ländern als Abnehmer von grünem Wasserstoff als Argument für eine nachhaltige Zusammenarbeit mit deutschen Akteuren genutzt werden.
Importierter Wasserstoff ist Hoffnungsträger zur Erreichung der Klimaschutzziele
Deutschland steht dabei im internationalen Wettbewerb um Partnerschaften mit Wasserstoffproduzenten. Besonders wichtig ist es, frühzeitig Lösungen für Herausforderungen wie die Bereitstellung von hochreinem Wasser zu bieten, um Verzögerungen bei der Einführung von Wasserstofftechnologien zu vermeiden.
Die effiziente Wasseraufbereitung spielt eine wesentliche Rolle bei der Wasserstofferzeugung. Deutsche Wasserwirtschaft und ihre verbundenen Institutionen bringen Expertise und Technologie- und Prozesswissen ein, um Standards zu setzen und eine verantwortungsbewusste Position im internationalen Wettbewerb zu stärken.
Warum spielt Wasser eine entscheidende Rolle bei der Wasserstoffherstellung?
Rohstoff für Elektrolyse: Wasserstoff wird häufig durch Elektrolyse von Wasser gewonnen, bei der Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Wasser ist daher der primäre Rohstoff für diesen Prozess.
Reinheit des Wassers: Für die Elektrolyse und die Produktion von grünem Wasserstoff ist hochreines Wasser erforderlich. Jegliche Verunreinigungen im Wasser können die Effizienz der Elektrolyse beeinträchtigen oder zu unerwünschten Nebenprodukten führen.
Effizienz der Elektrolyse: Die Effizienz der Elektrolyse, gemessen am Energieaufwand für die Wasserstoffproduktion, hängt stark von der Qualität des eingesetzten Wassers ab. Reines Wasser mit geringer elektrischer Leitfähigkeit ermöglicht eine effiziente Elektrolyse und somit eine kostengünstige Produktion von grünem Wasserstoff.
Umweltverträglichkeit: Eine nachhaltige Wasserstoffproduktion erfordert nicht nur die Verwendung erneuerbarer Energiequellen für die Elektrolyse, sondern auch die umweltverträgliche Gewinnung und Verwendung von Wasser. Dies beinhaltet den schonenden Umgang mit Wasserressourcen und die Minimierung von Umweltauswirkungen durch den Entnahme- und Rückführungsprozess.
Zum Jahresauftakt ordnet GWP-Vorstandsvorsitzender Ingo Hannemann die geopolitischen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen ein und ordnet ihre Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Wasserwirtschaft ein. Seine Botschaft: 2026 verlangt mutige Entscheidungen und konsequente Reformen. Zudem gibt er einen Ausblick auf zentrale GWP-Highlights wie den „Virtual Index of Members“ und die Jahreskonferenz mit dem Handelsblatt.
GWP freut sich über Neuzuwachs! Seit Neuestem bereichern der Komplettanbieter für Kläranlagen System S&P GmbH sowie die Anseros Klaus Nonnenmacher GmbH, Entwickler und Hersteller von Geräten und Anlagen der Ozontechnik, das Netzwerk.
Auch 2026 bleibt das Auslandsmesserprogramm (AMP) des BMWE ein zentrales Instrument zur Unterstützung deutscher Unternehmen bei der internationalen Markterschließung. Eine Übersicht der durch GWP beantragten und bewilligten German Pavilions auf internationalen Wassermessen finden Sie in diesem Beitrag.
Zum Jahresende plädiert GWP-Geschäftsführer Boris Greifeneder in seiner Kolumne für einen Perspektivwechsel auf die Ressource Wasser – und erklärt, welches Narrativ aus seiner Sicht das größte Potenzial hat, das Thema Wasser politisch entscheidend voranzubringen.
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